Seulo und Umgebung

Seulo

Aufnahmen vom 29. April 2026

Seulo (lokal Seúlu) ist eine Gemeinde mit 766 Einwohnern (31.12.2024) in der Provinz Nuoro/Sardinien. Der Ort liegt 74 km nordnordöstlich von Cagliari 797 m über dem Meer an einem Hang am Fuß des Gennargentu-Massivs inmitten von Schluchten und Kalksteingipfeln. Das Gemeindegebiet ragt in die sardischen Nationalparks Parco Nazionale del Golfo di Orosei e del Gennargentu und Parco Geominerario Storico de Ambientale della Sardegna. Die Bebauung des Ortes wirkt eher schlicht. Seulo ist eine sog. Blaue Zone, wo ein erheblicher Anteil der Bevölkerung sehr alt ist. 2016 waren 20 Einwohner über 100 Jahre alt. Als Erwerbszweige fallen auf: Schafhaltung, Weinbau, Olivenanbau, Forstwirtschaft und Tourismus. Die intensive Schafbeweidung von Hanglagen hat zur massenhaften Vermehrung hübsch blühender, giftiger Liliengewächse (Affodil) geführt, die von den Schafen nicht gefressen werden können, ein Bild, dass leider für ganz Sardinien typisch ist. Die Wälder in den Nationalparks wurden teilweise statt mit Steineichen, Korkeichen, etc. mit schnellwüchsigen Pinien uns anderen ortsfremden Kiefernarten aufgeforstet, die leider ausgesprochen brandgefährdet sind. Weinreben werden im April/Mai mit Pestiziden behandelt, was weithin geruchlich wahrnehmbar ist. In einem schmalen Streifen entlang der gewundenen Landstraßen außerhalb von Seulo fanden wir zahlreiche Pflanzen, darunter verschiedene Orchideenarten, die auf den Schafweiden verschwunden sind. Bereits Ende April waren die von den Höhen herabschießenden Quellbäche abflussarm.

 

 

Umgebung von Seulo

Aufnahmen vom 29. April 2026