Hoher Meißner: Rundwanderweg P1, Seesteine, Kalbesee (Sommer)

Rundwanderweg („Premiumweg“) P1 (Sommer)

Aufnahmen vom 02. August 2020

Startort ist kurz nach 9 Uhr der Waldparkplatz Schwalbenthal. Durch Rotbuchenmischwald mit hohem Anteil von Bergahorn, auch Eschen, häufig Salweiden und seltener Ulmen, immer wieder auch hohe, alte Fichten an der östlichen Abbruchkante des Meißner-Plateaus in entlang südlicher Richtung, vorbei an Stolleneingängen bis zu einem Hangrutschbereich, dem mehrere Häuser zum Opfer gefallen sind, während das Bergamt mit historischen Wasserstollen stehen blieb. Der Weg kreuzt Bachbetten, z.B. das Kaltwasser und den Steinbach, mit geringem Abfluss, führt oberhalb einer größeren Blockhalde entlang. Farne begleiten den Weg, dabei bleibt unklar, ober der seltende, aber eher unauffällige Braunsche Streifenfarn, den das ausgesetzte Muffelwild fast komplett ausgerottet hatte, darunter ist oder nicht. Überall finden sich die Verwüstungen des modernen, ökonomisch orientierten Waldbaus mit Kettenfahrzeugen, die die Waldwege zerstören und rücksichtslos breite Schneisen in den Hangwald fahren und dabei den Oberboden zerstören. Aktuelle Hauptaufgabe ist es, die überall nach den heißen und trockenen Sommern der letzten Jahre flächig absterbenden Fichten zu bergen. Es folgt ein steiler Aufstieg in westlicher Richtung durch vorwiegend Rotbuchen- und Fichtenwald, schließlich führt eine Abkürzung unter Auslassung der Seesteine nur noch sanft nach Norden ansteigend bis zur Hausener Hute, einer ausgedehnten, nach Westen abfallenden Hangwiese mit einzelnen Gehölzinseln. Am Nordrand des offenen Areals befindet sich das bewirtschaftete Naturfreundehaus (Meißnerhaus), Gelegenheit für ein warmes Mittagessen. Der sog. Premiumweg (daher das P) quert im Fichtenforst einen weiteren fast ausgetrockneten Bach. Eine große Schleife nach Westen Richtung Hausen kürzen wir wieder ab und überqueren dann bald die Kreisstraße ESW 239 und bewegen und nun am Westrand der Struthwiese. Der Weg führt fast ohne Steigung in nordöstlicher und später nördlicher Richtung durch annäherd artreine Fichtenmonokulturen, wie sie für die gesamte Hochfläche des Hohen Meißners immer noch typisch sind. Man darf allerdings erwarten, dass der Klimawandel das Ende der Fichtenforste zu Gunsten einer standorttypischen Waldzusammensetzun ändern wird. Im monotonen Fichtenhochwald führt der P1 zur Kasseler Kuppe, der kaum wahrnehmbaren höchsten Erhebung des Hohen Meißner. Ein Abstecher in nordöstlicher Richtung führt zu dem eingestellten Basaltsteinbruch Bransrode. Der Abbaubereich ist von dichter Laubwaldsukzession umgeben und der gesamte Steinbruchbereich ist weiträumig eingezäunt; es ist kein Einblick möglich. Der hier besonders breite Wanderweg richtet sich nach Südosten und bleibt vorerst im öden Fichtenwald. Nördlich wird der Weg zeitweise von hohen Abbauhalten begrenzt. Links (nordwestlich) erschließt ein mehr oder weniger zugewachsener Weg einen alten Abbau. Wir verlassen zeitweise den P1 und laufen in einer weiten Nordkurve entlang hoher Abbauhalden, bewachsen mit den auffälligen Gestalten alter Salweiden in Richtung Frau Holle-Teich. Der Hang ist jetzt mit relativ artenreichen Laubmischwald bewachsen, auffällig sind einzene Bergahornbäume mit rotem Laub, durchscheinendes Sonnenlicht lässt das Laub golden aufleuchten. Damit der Frau Holle-Teich an der gesperrten Kreisstraße 233 nicht trocken fällt, wurde ein dürftiges Bächlein zu ihm umgelenkt. Der Teich mit einer kitschigen Frau Holle-Figur ist eine Besucherattraktion. Auf dem für den Fahrzeugverkehr gesperrten Abschnitt der Kreisstraße ESW 233 laufen wir schließlich vorbei an alten Stolleneingängen, einem flachen Teich und die Ausdünstungen der Stinkwand von der im Untergrund brennenden Braunkohle in der Nase bis zum Parkplatz Schwalbenthalb zum geparkten Auto.

 

Seesteine

Aufnahmen vom 26. Juni 2020

 

Kalbesee

Aufnahmen vom 27. Juni 2020

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