México, DF 04/1992

Stationen: Nevado de Toluca, México DF

Aufnahmen vom 25. bis 28. April 1992

Michoacan 04/1992

Stationen: Morelia, Patzcuaro-See, Tzintzuntzan, Rundfahrt (Nuevo Italia, Río de Marones, Aroyo de la Arena, Kakteen bei Zicuiran, bei Villa Escalanta), Ziegelbrenner von Mordia, Lago Cuitzeo

Aufnahmen vom 20. bis 23. April 1992

Hidalgo 04/1992

Stationen: Pachuca, Mineral de Chico, Kakteen, Yuccas und Agaven bei Pachucilla, Mineral del Chico, Mineral del Monte, Metzquititlán, Tula de Allende

Aufnahmen vom 16. bis 18. April 1992

Campeche, Tabasco 04/1992

Stationen in Campeche: Hopelchen, Ruinen von Edzna, Río Candelaria; Stationen in Tabasco: Auenlandschaft westlich des Usúmacinta, La Venta-Park in Villa Hermosa, Ziegelpyramiden von Comalcalco, Jalpa südlich von Villa Hermosa

Aufnahmen vom 08. bis 10. April 1992

Veracruz 04/1992

Stationen: Catemaco, Zempoala, Ciudad de Veracruz, El Tajin

Aufnahmen vom 11. bis 15. April 1992

Yucatán 04/1992

Stationen: Izamal, Mérida, Dzibilchaltún, Sisal, Uxmal, Sayun, Mayapán, Kabah

Aufnahmen vom 02. bis 08. April 1992

 

Quintana Roo 04/1992

Stationen: Cancún, El Rey, Tulúm, Cobá

Aufnahmen vom 29. März bis zum 02. April 1992

Chihuahua 10/1988

27. bis 31. Oktober 1988: Flug von México City nach Chihuahua, Fahrt auf der Straße 45  in Richtung Ciudad Juarez (Halbwüste, Sierra del Nido), bei El Sueco Abzweig in Richtun g Buena Ventura (Halbwüsten-Landschaft) bis Flores Magon (bewässerte Baumwollfelder, Cholla-Opuntien, Mesquitebusch), über Buena Ventura nach Nuevo Casas Grandes, bei Oñate flaches Tal des Rio Santa María, Halbwüste; Nuevo Casas Grandes Nähe Hotel Piñon, Archäologische Zone mit den Ruinen von Las Casas Grandes der Puebloindianer, Töpferei Las Ollas (Werkstatt, Brennöfen, Material, Familie Las Ollas, traditionelle schwarze und rote Tongefäße der Puebloindianer), Landschaft südlich von Las Casas Grandes; Fahrt von Nuevo Casas Grandes auf den Straßen 10 und 2 in Richtung Ciudad Juarez, Hauptstaße in Asención, Landschaft mit Yuccas und Opuntien nördlich von Nuevo Casas Grandes und nordöstlioch von Asención, Ciudad Juarez; Grenzübertritt nach El Paso/USA, Flug von El Paso über Fort Worth nach Frankfurt

Für den 27. Oktober hatten wir einen Flug von México City nach Chihuahua gebucht. Wir kamen im Hotel Reforma unter, in einer Umgebung, die zu merken sich nicht lohnte. Am nächsten Morgen starteten wir mit einem neuen Mietwagen auf der Mex 45 nach Norden in Richtung Ciudad Juarez. In einigem Abstand erstrecken sich westlich der Straße die imposanten blauen Berge der Sierra del Nido, ein verlockendes, aber damals nicht eingeplantes Ziel für eine ausgedehnte Exkursion. Auf der Pemex-Station bei El Sueco, am Abzweig nach Buenaventura füllten wir den Tank auf und nahmen dann Kurs auf unser letztetes Etappenziel dieser Reise: Die Stadt Nuevo Casas Grandes, benannt nach Las Casas Grandes, den Ruinen einer einst bedeutenden Siedlung der Puebloindianer.

Westlich des Örtchens El Sueco führte die Straße durch sanft gewellte, eingezäunte, baumlose Weiden; das hohe Gras war bereits trocken und strohgelb, ein paar Rinder waren in einiger Entfernung mehr zu ahnen als zu sehen. Vor dem Horizont lagen Hügel- und Bergketten der Sierra de las Arados in verschiedenen Blautönen. Bei dem Agrarort Flores Magón am Río del Carmen, auf halben Weg nach Buenaventura, wollten wir die Baumwollplantagen aus der Nähe sehen und bogen daher auf einen Feldweg ein, der an einer Pumpstation für den Bewässerungsfeldbau vorbeiführte. Auch abseits der Baumwoll- und Maisfelder befand sich die Landschaft alles andere als in einem naturbelassenen Zustand. Durch Abbrennen hatten die Farmer den normalerweise dort wachsenden Kresotebusch beseitigt, hier und da begannen ein paar Chollakakteen nachzuwachsen, bestückt mit gelben Früchten zwischen einer enormen Bedornung.

Bei Oñate, 40 km südöstlich von Nuevo Casas Grandes hielten wir wieder an: Im Licht der einsetzenden Abenddämmerung leuchtete das hier stellenweise noch frische Gras und das Laub der Pappeln am Río Santa María grüngolden auf, ein aparter Kontrast zu dem jetzt tiefdunklem Blau der Sierra de las Aradas. Der Río Santa María speist nordöstlich von Nuevo Casas Grandes eine flache Lagune in einer abflusslossen Senke.

Wir verbrachten zwei Nächte im Hotel Piñon in Nuevo Casas Grandes. Am Morgen besuchten wir die Archäologische Zone von Las Casas Grandes ein paar Kilometer westlich der Stadt. Die flachen Hügel mit den Grundmauern der Gemeinschaftshäuser liegen unweit eines Zuflusses des Arroyo de San Miguel; das Fließgewässer stach als sattgrünes Band von den Hügeln der Umgebung ab, die in gelben, braunen und grauen Farben vor uns lagen. Sehr viel gab es hier nicht zu sehen und so begaben wir uns auf den Weg zur Töpferei Los Ollas an der Avenida Ochoa 1303 am Rand von Nuevo Casas Grandes. Los Ollas ist keine gewöhnliche Töpferei, denn die Familie stellt Keramik der Puebloindianer auf traditionelle Art her: Aus dem Ton der Umgebung, ohne Töpferscheibe, die schwarze Keramik mit dem Schwarz der Schwarznuss gefärbt. Wir wurden freundlich empfangen und Señor Manuel Olivas Lucero, das männliche Oberhaupt der 5-köpfigen Familie, zeigte uns den Betrieb und erklärte uns alle Stadien der Produktion. Für das Verreiben der Glasuren wurden Metaten verwendet, rechteckige, abgerundete steinerne Reibschalen, mit einseitig abgesenktem Rand. Beide Brennöfen waren aus Stahlfässern hergestellt, ein Fass war horizontal eingemauert, das gerade unter Feuer stehende stand senkrecht ohne Ummantelung. Die von uns gewünschte schwarze Keramik war nicht vorrätig, aber neue, gerade gefertigte Stücke gingen gerade in den Brand. Wir machten daher am frühen Nachmittag einen zweiten Besuch bei Los Ollas und konnten miterleben, wie die Keramik aus dem Brennofen genommen und noch heiß gesäubert wurde. Sehr schöne Stücke kamen zum Vorschein und wir kauften gern und mit Überzeugung. (Jetzt, 30 Jahre später, ist die schwarze Farbe der Töpfe das Rot der Tons durchscheinen.) Bis zum Abend blieb uns noch etwas Zeit, die wüstenhafte Landschaft nördlich von Nuevo Casas Grandes mit dem Zufluss zur abflusslosen Laguna des Asención zu erkunden.

Am 30. Oktober brachen wir in Richtung der US-amerikanischen auf. In dem staubigen Kaff mit dem schönen Namen Himmelfahrt (Asención) ergänzten wir unseren Reiseproviant. Die weitere Fahrt führte durch eine ausgeräumte, trockene Weidelandschaft, in die Opuntien und Yuccas zurückdrängten, bis nach Ciudad Juarez. Am nächsten Tag reihten wir uns in die Schlange der Fahrzeuge ein, die die Grenze in Richtung der Schwesterstadt El Paso überqueren wollten. Unter Zurücklassung unseres Obstes konnten wir passieren. Den Rückflug nach Frankfurt traten wir schließlich von Fort Worth an.

ENDE

 

 

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Morelos, 10/1988

23. bis 26.10.1988: Zentrum von Cuernavaca, Ausgrabungsstätte Xochicalco (Pyramide des Quetzalcoatl, Ballsportplatz, Ausblick auf den Presa Rodeo (See)

24.10.1988: Tepotzlán am Fuß der Sierra, Nationalpark Sierra de Tepotzlán, Aufstieg zu den Ruinen von Tepozteco, Tempelpyramide, Ausblick vom Gipfelplateau

Am Vormittag des 23. Oktobers schlenderten wir vom Hotel in der Avenida Españia über die Avenida Tejado zur Plaza Benito Juarez, dem Zocalo mit einem erhöhten zentralen Pavillon, gesäumt von Zeitungskiosken, Verkaufsständen mit Eis, einem üppigen Angebot von Früchten und kleinen Gerichten. Wir schätzen die vielseitige mexikanische Küche sehr und teilten die Besorgnis insbesondere US-amerikanischer Touristen, sich in Restaurants mit Krankheiten zu infizieren keineswegs, doch auf der Straße angebotene Fruchtsäfte und Eis mieden wir und würden es wieder so halten; die gesundheitlichen Risiken sind hier tatsächlich zu hoch.

Über die Avenida Matamoros gelangten wir zum Cortez-Palast (Museum) auf der Plaza de la Constitution; vom Dach des Gebäudes hat man eine  guten Ausblick auf das Stadtzentrum. Wir saßen dann in einer Pasteleria und erhielten die Aufmerksamkeit eines auf Touristen spezialisierten Sängers und Gitarristen, auf die wir lieber verzichtet hätten.

Unser Ziel am Nachmittag waren die Ruinen von Xochicalco unweit eines flache Sees, dem Presa Rodeo. Das berühmteste Gebäude dieser Ausgrabungsstätte ist wahrscheinlich die flache Pyramide des Quetzalcoatl mit teilweise gut erhaltenen Reliefs der gefiederten Schlange und Darstellungen von Göttern in Menschengestalt (?) am Sockel. Am Hang unterhalb befindet sich ein weitgehend intakter historischer Ballspielplatz.

Am 24. Oktober besuchten wir die Ruinen von El Tepozteco in der Sierra de Tepozteco im gleichnamigen Nationalpark. In einem schlichten Restaurant an der Durchgangsstraße im Ort am Fuß der steilen, zuckerhutförmigen Berge erhielten wir ein vorzügliches Mittagessen. Der Weg zur Tempelpyramide eines mexikanischen Kriegerordens führte durch tropischen Wald, vorbei an einem alten, gespaltenen Baumriesen, bald steil bergauf mit gelegentlichen Ausblicken  auf fast senkrechte Felswände, bewachsen mit einer Unzahl von kleinen Kugelkakteen und Bromeliengewächsen. Nach weiterem Aufstieg geht der Blick über die Kuppen niedrigerer Nachbarberge und bewaldete Vorberge bis ins Tal. Vom abgeflachten Gipfelplateau mit der schmucklosen Pyramide hat man eine phantastische Sicht auf dicht bewaldete Höhen der Sierra El Tepozteco, herausragende Felszinnen und verstreute, in Wald eingebettete Behausungen der Randbereiche des Orts.

FORTSETZUNG IN DER GALERIE CHIHUAHUA

 

Oaxaca, 10/1988

Sto. Domingo Tepanatepec, Kakteenwälder zwischen Domingo Tehuantepec und Jalapa de Marquez, Kakteenwälder am Rio Mijangos/Rio Grande, Oaxaca, Zentralmarkt von Oaxaca, Monte Alban, Sierra de Ixtán (Bergwald, Opuntien), Kakteen im Canon de Tomellin und im Tal des Río Grande/Rio Sto. Domingos und südlich Teotitlán del Camino

14. bis 16. Oktober 1988

Am 14. Oktober setzten wir die Fahrt auf Grund der nächtlichen Ruhestörung durch den Last- und Busverkehr ziemlich unausgeschlafen in Richtung der Stadt Oaxaca fort. Die tiefhängenden. bleigrauen Wolken waren von blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein abgelöst worden. Zwischen Tepanatepec und Jalapa de Marquez führte die Mex 190 durch niederwüchsigen, oft dichten Buschwald mit mehreren Arten von auffälligen Säulenkakteen und großen Opuntiensträuchern am Fuß einer nördlich der Straße steilansteigenden Hügelkette. Westlich von Magdalena Tequisistlán verläuft die Straße im Hang erst über dem Río Tequisistlán und dann oberhalb seines Zuflusses, des Río Virgen. Wir hielten auf einer Passhöhe an und hatten einen weiten Blick auf die stark gegliederten, scharfgratigen, bewaldeten, blaugrün erscheinenden Bergketten. An Telegrafendrähten entlang der Straße hatten Vögel ihre Nester befestigt. Nach dem Mittagessen fuhren wir östlich von Totolapan ein Stück oberhalb des Río Mijangos; im verbuschten, ehemals landwirtschaftlich genutztem Tal waren verkrautete Maisfelder und Agavenkulturen zu erkennen, dazwischen fielen mehrere Meter hohe, vielfach verzweigte Säulenkakteen mit schräg aufsteigenden Ästen, vermutlich der Art Escontria chiotilla zugehörig, auf. Die Mex 190 begleitete weiter den links unterhalb spärlich zwischen Sandbänken fließenden Río Mijangos, die Berghänge rechts der Straße nahm ein lockerer Buschwald ein, überragt von den graugrünen Säulen von baumartig hochgewachsenen Säulenkakteen ein, besonders häufig die schlank verzweigten, hohen Gestalten von Neobuxbaumia tetetzo, dazwischen auffällig die wie mehrfach eingeschnürt wirkenden Säulen von Cephalocereus totolapensis und entfernter, jenseits einer Geländefalte zahlreiche Exemplare von Escontria chiotillo, ein Anblick, der sozusagen zum Halten, Schauen und Fotografieren zwang. Schnell wurde klar, dass das Kakteeninventar dieser Hügel noch weit reichhaltiger war: Unter anderen fanden wir einen weiteren, am Neuaustrieb weißwolligen Säulenkaktus, mehrere Meter hohe dünntriebige Kakteensträucher , verschiedene Optunienarten und zum Teil herabhängend wachsende, langtriebige Mammillarien. Diese Art von Landschaft, die den Klischeevorstellungen von México nahekommt, begleitete uns bis die Besiedelung etwa 60 km vor Oaxaca auf Kosten des Kakteenbuschwalds dichter wurde.

Die Stadt Oaxaca erreichten wir in der Abenddämmerung. Wir kamen im Hotel Quinta Real in der Nähe des Zócalo unter, einem stilvollen alten, gut instandgehaltenen Gebäude mit Innenhof. In den Ranken der Kletterpflanzen an den Wänden des Innenhofs nisteten Hunderte Spatzen, die in der Dämmerung vor dem Schlafengehen einen Höllenlärm veranstalteten. In einem nahegelegenen Restaurant wollte das Personal uns Gäste aus der Fremde trotz klarer Abwehr mit besonders üppigen Portionen verwöhnen; um die netten Leute nicht zu enttäuschen, aßen wir soviel wir konnten und ich bereute es in einer Nacht mit veritablen Magenschmerzen.

Am folgenden Vormittag nahmen wir uns vor, den Zentralmarkt in der Nähe des Busbahnhofes zu erkunden. Das bunte, üppige Angebot mexikanischer Früchte auf den Markttischen und in den war sorgsam ausgestellt, oft zu kleinen Pyramiden angeordnet, die Farbenpracht des Gemüses stand dem des Obstes kaum nach. In anderen Abteilungen und Gassen des gut besuchten Marktes wurden diverse Sorten getrockneter, auch geräucherter Chillies neben einer großen Auswahl weiterer Gewürze präsentiert, eine andere Gasse war auf Körbe aller Größen spezialisiert,  darunter auch sehr große, und nicht weit davon waren die Tische überladen mit Großpackungen von Mais, diversen Hülsenfrüchten und Reis aller möglichen Sorten und Farben. Schließlich gab es noch eine Gasse mit geschlachteten und lebenden Geflügel, Hühner und vorallem Truthühner lagen an den Füßen zusammengebunden im Staub, die armen Biester wurden von den Käufern ziemlich achtlos behandelt, gelegentlich einfach an einem Strick über die Schulter geworfen weggeschafft oder an der Fesselung zwischen den Füßen getragen. Eine Fußgängerbrücke beim Busbahnhof bot einen guten Überblick über die Stadt bis zu den Bergen am Horizont.

Nachmittags fuhren wir zu zu dem nahe hoch über der moderen Stadt gelegenen archäologischen Komplex des Monte Alban, den das Volk der Zapotheken hinterlassen hat und umrundeten das Gelände zu Fuß. Von den Plattformen und niedrigen Pyramiden hat man bei entsprechendem Wetter einen phantastischen Ausblick auf die Stadt, das Hochtal und die umgebenden Berge.

Am 16.Oktober ließen wir noch die Gegend um den Zócalo auf uns wirken, bevor wir uns an die Weiterfahrt auf der Mex 190 machten und dann bald bei Huitzo auf die Straße 131 (Karte) bzw. 135 (Schilder) nach Norden in Richtung Tehuacan abbogen. Unser Weg führte in die Sierra de Ixtán; bei einem Porfirio Diaz-Denkmal in der Nähe der Kreuzung mit einer Bahntrasse legten wir den ersten Fotostop ein. Die Aussicht reichte über einen Wald aus Kiefern, Tujas, hartlaubigen Eichen, besiedelt von Bromeliengewächsen und Flechten, über Berge, deren Bewaldung von einem braunen Flickenteppich vermutlich landwirtschaftlich genutzter Flächen zerlöchert war, bis zu entfernteren, im Dunst verschwimmenden Bergketten. Unter den Bäumen hockten ausladende Opuntiensträuchern mit großen gelben, fast kugelförmigen Früchten, daneben die bedornten Kugeln unverzweigter Mammillarien mit roten und rosa Knospen.

Bald hatten wir von der Mex 135, die in den Abhang über dem Río Santo Domingo (Eintragung in unserer Oaxaca-Karte) oder wieder einmal Río Grande (Straßenschilder) gesprengt war, freien Blick auf den gegenüberliegenden linken (westlichen) Abhang des Cañon de Tomellin. Der Wald aus laubwerfenden Bäumen war im Vergleich zu den Bergen am Río Mijangos südlich etwas höher und üppiger gewachsen, stellenweise konnte man auf die vertrocknende, gelbe und braune Farbtöne annehmende Krautschicht zwischen den Laubbäumen und Sträuchern blicken. Überragt wurden die Gehölze von den riesigen Kandelabern baumartiger Kakteen, überwiegend Exemplare der Art Pachycereus weberi.

Ein alleinstehendes Haus seitlich der Straße in der Nähe der Ortschaft Chicozapotas erwies sich als Restaurant, gerade rechtzeitig für das Mittagessen. Wir waren die einzigen Gäste in dem ordentlichen, mit Hüten, Postern und Fotos dekorierten Raum. Zu dem Restaurant gehörte auch eine sehr provisorisch wirkende Tankstelle. Wir waren bestürzt, als ein Junge, der hier der Tankwart war, das Benzin mit dem Mund ansaugte, weil es entweder keine Pumpe gab oder sie kaputt war.

Die Straße tritt dann nahe an den Río Domingos/Río Grande heran, der hier ein rasch fließender Gebirgsfluss mit graugrünem Wasser war, begleitet von einem sattgrünen, hochwüchsigen Baumsaum. Am Straßenrand standen wir neben großen Opuntienstauden, in das nackte Gestein oberhalb der Straße krallten sich langdornige, kugelförmige oder etwas gestreckte Mammillarien-Kakteen.

Der nördliche, flachere Abschnitt des Cañon de Tomellin südlich der Stadt Teotitlán del Camino, gebildet von einem aus Nordwesten kommenden Zufluss zum Río Domingo führte durch lückigen Buschwald, den zurückliegende Brände und sporadischer Feldbau degradiert hatten. Dennoch war das flache, offene Tal bestimmt durch die stattlichen Gestalten von Baumkakteen der Art Pachycereus weberi, mitunter beschädigt oder völlig verbrannt. Daneben gab es eine zweite Baumkaktus-Species mit schräg aufwärts gerichteten Ästen, die den Pachycereen in Größe und Wirkung kaum nachstanden, Exemplare der Art Escontria chiotilla.

FORTSETZUNG IN DER GALERIE PUEBLA