Montserrat

09. September: Flug mit der Lufthansa von Frankfurt nach Barcelona. Nach extrem verzögerter Gepäckausgabe ca. 17 Uhr zur Autovermietung Alamo: VW Caddy. Fahrt nach Monistrol de Montserrat zum Hostal Gui Jeumes, wie sich herausstellt ein kleines, ruhiges, relativ hässliches Gebäude in ebensolcher, kleinstädtischer Umgebung. Kleiner Raum, so dass nur mit Mühe zwei Koffer offen liegen können. Das Restaurant nimmt landestypisch den Betrieb erst nach 19 Uhr auf.

10. September: Bei bedecktem Himmel und moderater Temperatur mit dem Auto zur Talstation der Seilbahn (Teleferic) in Aeri de Montserrat. Die 1350 m lange Seilbahn zum Klosterkomplex Montserrat wurde 1930 von einer Leipziger Firma gebaut. Das angeblich von 70 (unsichtbaren) Mönchen bewohnte Bergkloster ist ein Besuchermagnet, selbst am Montagvormittag strömen die Massen zu diesem Ziel. Der Gebäudekomplex mit Hotel und verschiedenen Großrestaurants ist auch direkt von Barcelona mit einer S-Bahn erreichbar (in den Landkarten nicht enthalten) oder über Monistrol mit dem Auto. Von den Terrassen kann man auf Monistrol und Aeri hinunterschauen. Im Vorhof vor der äußerlich einem Industriebau (Silo?) nicht unähnlichen Basilika zirkulieren Menschen aus vielen Ländern der Erde. Eine lange Schlange führt zu einem Seiteneingang an drer rechten Seite der Kirche. Die hier anstehen haben Eintrittskarten für die schwarze Madonna (La Moreneta), die diesen Ort für Katholiken zum zweitheiligsten in Spanien machen. Durch ein Fenster kann man entfernt auf die Gestalt blicken, die gerade für 30 Sekunden vor der Holzfigur stehen bleiben darf. Nach einem Imbiss mit Personalmangel bei der Essensausgabe in einem kantineartigen Schnellrestaurant suchen wir den Pfad in die Berge. Die gewöhnlich für Kirchen geltenden Bekleidungsvorschriften haben hier ihre Geltung verloren.  Nur ein Bruchteil der Besucher interesiert sich für die bizarre Gebirgslandschaft der Muntanya de Monterserrat, Naturpark seit 1987. Am frühen Nachmittag klart der Himmel auf und es wird deutlich wärmer. Der teilweise steile Anstieg zum Sant Jeromi, dem höchsten Gipfel des Gebirgsstocks, ist mitunter mühsam. Ausblicke gibt es auf die im Gebirge deplazierte Klosterindustrie, dann auf die unwirklichen Felstürme des Montserrat. Nischen am Wegrand sind von sukkulenten Pflanzen aus der Familie Crassula besiedelt. Es folgt eine längere Wegstrecke durch dichten Steineichenwald, entlang an einem jetzt trockenen Gewässerbett. Das letzte Wegstück führt über Treppen zur Aussichtsplattform mit Panoramablick auf dem Gipfel des Sant Jeromi (1236 m). Der weniger steile Rückweg führt zur Bergstation des Funicular (Schrägaufzug oder Standseilbahn) und zurück zum Klosterkomplex.

Aufnahmen vom 10. September 2018

 

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