Salzbach/Salzbachsystem

Der Salzbach vom Beginn des Salzbachkanals bis zur Mündung in den Main (Wiesbaden)

Aufnahmen aus den Jahren 2005 bis 2014

 

Der Salzbach entstand ursprünglich aus dem Zusammenfluss von Wellritzbach (mit Kesselbach), dem Schwarzbach (mit Dambach), dem Warmen Bach und dem Rambach. Nach und nach wurden Bachabschnitte, ausgehend vom Ortszentrum des damaligen Ackerbauerstädtchens Wiesbaden, verrohrt. Die Verrohrung oder Verdolung des Wellritzbachs oder Drudenbachs begann nach 1799. Die Verrohrung Kesselbachs oder Dendelbachs begann nach 1843, den Kesselbach hatte man bereits vor 1799 vom Wellritzbach abgetrennt und in einem nach Norden ausholenden Bogen zum am heutzutage nicht mehr existierenden Warmen Weiher zurück zum Wellritzbach geführt. Die Verlegung des Schwarzbachs unter die Erde begann um 1900, die des Dambachs 1826 (kleiner Abschnitt Bereich Taunusstraße) und dann 1843 . Ein erster, kurzer Abschnitt des Rambachs wurde 1810 verrohrt, ein weiterer Abschnitt nach 1868. Ein erster Salzbachabschnitt ging 1868 unter die Erde, die weitere Verrohrung erfolgte nach 1879 bis 1903. Der Warme Bach oder Warmbach, der das Thermalwasser der Thermalspalte sammelte und am Warmen Weiher vorbei in den Kesselbach ableitete verschwand zwischen 1810 und 1817 von der Bildfläche. Der Warme Weiher war 1810 trocken gelegt und 1817 vollständig zurückgebaut (nach Spielmann-Krake Stadtatlas).

Wellritzbach, Kesselbach und Dambach büßten schließlich im Zuge des Ausbaus der Abwasserkanalisation ihre separaten, wenn auch unterirdisch verlaufenden Fließwege ein und wurden mit Abwasserhauptkanälen zusammengelegt. Um 2005 erfolgte dann im Zusammenhang mit der Sanierung der Kanalisation in der Taunusstraße die Wiederabtrennung des Dambachs vom Abwasser in einen eigenen Kanal mit Anschluss an den Schwarzbach und schließlich erhielten Wellritzbach und Kesselbach 2015 (weitgehend durch Reaktivierung alter Kanalspülleitungen) wieder eigene, überwiegend unterirdische Fließwege (Anschluss Höhe Friedrichstraße an den Salzbachkanal) und wurden damit nicht mehr länger sinnlos in das Hauptklärwerk Wiesbaden eingeleitet.

Der Salzbach, das wichtigste Innenstadtfließgewässer, befindet sich bedauerlicherweise bis heute in einem erbärmlichen Zustand. Er beginnt heutzutage wieder aus dem unterirdischen, kanalisierten Zusammenfluss von Schwarzbach, Rambach und Wellritzbach. Der Salzbachkanal verläuft östlich parallel zur Wilhelmstraße, am Ostrand der Reisinger Anlage entlang und weiter am Ostrand der Gleisanlagen der Deutschen Bahn und endet unmittelbar südlich des 2. Rings auf dem Gelände des Hauptklärwerks der ELW. Der obere Kanalabschnitt ist doppelstöckig, im oberen Stockwerkbefindet sich die Mischabwasserkanalisation, im unteren Stockwerk, zirka 8 Meter unter der Geländeoberfläche, liegt die Sohle des Bachkanals.

Überlegungen zur Wiederherstellung von Abschnitten des Salzbachs (z.B. in den Grünanlagen am Warmen Damm und in der Reisinger Anlage) scheiterten am generellen Desinteresse der Stadtplanung und der Wiesbadener Kommunalpolitiker mehr oder weniger aller Fraktionen in an den Fließgewässern. Die obere Wasserbehörde begnügte sich in der Vergangenheit mit der Feststellung, dass der Salzbach im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtline eine „heavily modified waterbody“ ist, dem sozusagen nicht mehr zu helfen ist. Zum Problem wurde seitens der oberen Behörde in der Vergangenheit auch die Besonderheit des Salzbachs, seine natürliche Salzfracht, gemacht und darüber nachgedacht, ob das Wasser einer Reinigung (Entsalzung) zu unterziehen ist.

2014 beauftagte die Obere Wasserbehörde eine Planungsstudie, die das Potenzial zur Aufwertung des oberirdischen Fließwegs des Salzbachs zwischen dem 2. Ring und dem Infraservegelände in Wiesbaden-Biebrich ausloten sollte. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, das breite Hochwasserbett des Salzbachs von der Ausmauerung zu befreien und den Bach zwischen den (teilweise reparaturbedürftigen) Ufermauern zu renaturieren.

Nach dem Austritt aus dem Kanal ist der Salzbach zwischen dem Hauptklärwerk und der Bahntrasse eingezwängt. Die geplante Erweiterung des Hauptklärwerks in südlicher Richtung für den Bau eine zusätzlichen Reinigungsstufe (Entfernung von Medikamentenrückständen) wird die Sitaution für den Bach kaum verbessern. Unterhalb des Klärwerks verläuft der Salzbach zwischen der Bahntrasse links und Kleingärten rechts. Die Brücke der A 66 überspannt das Salzbachtal, die östlichen Pfeiler befinden sich am Ostufer des Salzbachs. Seit 2014 wird die Brücke saniert. Knapp vor den Brückenpfeilern der A 66 kommt der Wäschbach über eine Rampe zum Salzbach. Die auf dem Gelände des Hauptklärwerks gefasste Römerquelle, einer der am stärksten schüttenden Quellen von Wiesbaden, wird ohne Wasserrecht von ELW als Brauchwasser genutzt, ihr Abfluss gelangt über das rechte Salzbachufer in den Vorfluter Salzbach. Unmittelbar unterhalb der ersten Eisenbahnbrücke hat Kies-Menz, ein Baustoffhandel, 2013 ein städtisches Grundstück erworben und direkt oberhalb der Uferböschung eine Mauer errichtet. Das Kies-Menz-Gelände wurde außerdem durch eine Brücke an die Straße An der Hammermühle angebunden. Die Gewässerbelange wurden erst in die Gespräche der Stadt mit Menz einbezogen, als es mehr oder weniger schon zu spät war.

Unterhalb von Kies-Menz unterquert der Salzbach mehrere Eisenbahnbrücken und die Straßenbrücken der Mainzer Straße und Kasteler Straße. Danach tritt der geschundene Bach in das Werksgelände von Infraserve ein. Auf dem Werksgelände ist der Bach teilweise überbaut und verläuft in einem betonierten Bett bis zur Einleitung in den Rhein.

Überlegungen im Zusammenhang mit einer Bebauungsplanung in Biebrich den ursprünglich westlich des Werksgeländes verlaufenden Mühlkanal des Salzbachs wieder herzustellen und so den Salzbach in ansprechender Weise zu integrieren, scheiterten am erbitterten Widerstand der Infraserveleitung, da eine unbebaute Fläche des Werksgeländes (ehemaliger Rheinbahnhof) für die Neugestaltung benötigt worden wäre

 

 

 

Buch: Porträt des Wickerbachsystems

Bremthal: Seyenbach/Grauer Stein

Seyenbach in den Gemarkungen von Bremthal und Wildsachsen, Abstecher zum Grauen Stein in Bremthal: 21. Januar 2018

Gewöhnlich ist vom Seyenbach in der Gemarkung Bremthal und im oberen Wildsachsen nichts zu sehen. Dass die Quellen des Seyenbachs tatsächlich unterhalb der Bebauung von Bremthal zu finden sind, das zeigte sich im Januar 2018 bei einer Schneeschmelze. Das schmale Einzugsgebiet des Seyenbachs in Bremthal wird von zwei Tiefbrunnen der Stadtwerke Eppstein übernutzt, das bedeutet: Es wird für die Trinkwassergewinnung das Grundwasserdargebot voll ausgeschöpft. Dass dies mit Genehmigung der oberen Wasserbehörde geschieht, und obwohl die Stadtwerke Eppstein ihr Wasserrecht nicht voll ausschöpfen, macht die Situation nicht besser. Die Grundwasserförderung muss soweit zurückgenommen werden bis die Quellen des Seyenbachs auch im Sommer wieder schütten.

Medenbach

Der Medenbach in der Gemarkung Auringen und Medenbach (Stadtkreis Wiesbaden).

Aufnahmen vom 26. Juli und 11. August 2017.

Der Medenbach beginnt heutzutage im Distrikt Wellinger in der Gemarkung Auringen zwischen der Autobahn und der Trasse der Ländchesbahn nach Niedernhausen. Seine ursprünglichen Quellen sind jedoch östlich der Landesstraße 3028 in der Gemarkung Bremthal anzunehmen. Durch den Bau der A3 und später der Schnellbahnstrecke nach Köln wurde der Medenbach gekappt. Nach dem Bahn-Durchlass tritt das kümmerliche Bächlein in eine Weiden-Sukzession ein. Nach dem Verlassen des Silberweiden-Wäldchens wird der Medenbach zu einem flachen Biotop-Teich gestaut. Im Distrikt Wellinger (östlich des Medenbachs) und Roteberg (westlich des Bachs) führt das Fließgewässer durch offenes Wiesen- und Ackergelände. Hier und da wurden in den letzten Jahren am Gewässerbett Bäume und Sträucher gepflanzt. Im unteren (südlichen) Distrikt Wellinger erhält der Bach aus Westen Zufluss aus einem Quellgebiet und von Osten fließt aus den Distrikten Darmstädter Wellinger und Bornwiese ein namenloses Fließgewässer zu. Weiter verläuft die Gewässertrasse  Im Unteren Wellinger abwechseln am Waldrand oder mehr in den Aue-Wiesen. Aus östlicher Richtung kommt der Abfluss aus zwei weiteren kleinen Fließgewässern hinzu. Verrohrt quert der Medenbach die Trasse der Ländchesbahn im Durchlass eine Wirtschaftswegs. Weiter verläuft der Bach am Waldrand bis zum Bolzplatz. Unter dem Bolzplatz und dem anschließenden Spielplatz wurde der Bach an der Munzenbergstraße unsinnigerweise auf 250 Meter verrohrt. Die weitere Trasse führt durch Gärten, das Gewässerbett ist in diesem Abschnitt mit Nassauer Gestück ausgelegt. In der Futterwiese östlich des alten Ortskerns von Medenbach vereinigt sich der Medenbach mit dem namenlosen, aus der Pfingstwiese kommenden Bächlein. Unterhalb der Wildsachsener Straße (L 3018) befindet sich eine Abwasser-Pumpstation der Entsorgungsbetriebe Wiesbaden (ELW) am Bachufer. Kurz darauf stößt man auf die Kanalentlastungsanlage von ELW. Das vergitterte Auslassrohr ist mit Klopapier behängt, ein Hinweis darauf, dass auf eine Filteranlage verzichtet wurde oder sie nicht funktioniert. Zu kritisieren ist zusätzlich, dass die Auslassstrecke rechtwinklig und nicht tangential zum Bach angelegt wurde und keine Bremsung des Abwasserabschlags vorgesehen wurde. Im Distrikt Im Oberen Grund verläuft die von Schwarzerlen und Silberweiden gesäumte Bachtrasse durch Wiesen, passiert das Gelände, auf dem ehemals die Kläranlage Medenbach stand und erreicht schließlich den Distrikt Unterer Grund. Dort wurde der Bach nach Osten verlegt. Die Verlängerung der ursprünglichen Trasse wird von einem von Gehölzen umgebenen, nicht bewirtschafteten Teich eingenommen. Unterhalb des Teichs ist der von einem Gehölzsaum gerahmte Bachlauf tief eingeschnitten. Diesen Charakter behält der Medenbach in der Gemarkung Breckenheim, die er nun bald erreicht, bei.

 

Pfingstwiesenbach (Gemarkung Medenbach, Stadtkreis Wiesbaden)

Der in den Karten namenlose Bach erhielt den inoffiziellen Namen Pfingstwiesenbach, da er die Pfingstwiese östlich der A 3 durchfließt. Der abflussarme Bach entspringt aus 3 Quellbereichen am Rand einer ausgedehnten Geländemulde in der Gemarkung von Hofheim-Wildsachsen. Zwei der 3 Quellzonen sind wahrscheinlich dräniert. Die 3 Gewässerärmchen vereinigen sich am Rettungsplatz um das Bauwerk des Notausstiegs des Schulwaldtunnels. Die folgende Gewässertrasse bis zur A 3 wurde nach Abschluss der Bauarbeiten für den Schulwaldtunnel unter Berücksichtigung der Topografie angelegt. Während der Bauzeit des Tunnels wurde die Pfingswiese fast auf gesamter Breite für den Baustellenvekehr genutzt und dabei völlig verwüstet. Eine von der Bahn AG beauftragte Firma erledigte die Rekultivierung und die Anlage des Gewässerbetts unter Zeitdruck gemäß der Abstimmung mit der Fachabteilung des Umweltamtes in Rekordzeit sehr zufriedenstellend. Es wurde davon abgesehen, die vor der Bauzeit existierenden naturfernen, dränageartigen Gräben wiederherzustellen. Angelegt wurde ein breites Gewässerbett, in dem das schmale Gewässer seinen Fließweg selbst ausbildete. Die Besiedelung des Rohbodens mit einer Vielzahl von Pflanzenarten durchlief schnell mehrere Stadien bis zum heutigen Zustand. Die Ansiedelung von Gehölzen wurde durch Pflegemaßnahmen der Naturschutzbehörde verhindert. Nach Unterquerung der A 3 fließt der Pfingswiesenbach am Westrand des Steinwalds auf den alten Ortskern von Medenbach zu und trifft in der Fetterwiese auf den Medenbach. Die Kleingärtner am unteren Pfingstwiesenbach nutzen teilweise das kleine Fließgewässer in üblicher Weise: Zur Wasserentnahme, zur Beseitigung von Gartenabfällen, usf.

Am Nordende der Mehlwiese am Ostrand des nördlichen Ortsteils von Medenbach entspringt ein temporäres Fließgewässer, das sich westlich der A 3 mit dem Pfingstwiesenbach vereinigt.

Einen weiteren Zulauf erhält der Pfingstwiesenbach aus dem Bauernheck. Sein oberer Abschnitt ist verrohrt, nach Querung des Wirtschaftswegs am Pfingstwiesenbach besteht ein offener Gewässergraben.

Pfingstwiesenbach und Zuläufe; Aufnahmen vom 11. August 2017

Pfingstwiesenbach vom Quellbereich in der Gemarkung Wildsachsen bis zur Mündung in den Medenbach; Aufnahmen vom 03. August 2016

Pfingstwiesenbach in der Pfingstwiese; Aufnahmen vom 08. Juli 2008

 

Pfingstwiesenbach nach der Profilierung des Baustellengeländes (Notausstieg Schulwaldtunnel der Schnellbahnstrecke Frankfurt – Köln) in der Pfingstwiese; Aufnahmen vom 26. März 2002

 

Namenloses Fließgewässers mit Ursprung im Distrikt Darmstädter Wellinger zum Medenbach (Gemarkung Medenbach, Stadtkreis Wiesbaden).

Aufnahmen vom 11. August 2017

Der Quellbach wurde nach dem Verlassen des Waldes an den südlichen Rand der Bornwiese verlegt. Er unterquert die Autobahn 3 und die Trasse der Ländchesbahn in Gewölbe-Tunnels. Der Gewässerabschnitt zwischen der A3 und der Bahn wird nur selten begangenen.

 

Namenloser Zufluss zum Medenbach aus dem Schulwald (Gemarkung Medenbach, Stadtkreis Wiesbaden).

Der kleine Bach entspringt östlich der A3. Er unterquert die Autobahn-Trasse in einem Rohrdurchlass und fließt anschließend in einer Miniaturschlucht bis zu einem Gewölbe-Durchlass unter der Trasse der Ländchesbahn. Nach dem Bahn-Durchlass wurde das Gewässer aus unerfindlichen Gründen umgeleitet und mündet schließlich in den Medenbach.

Aufnahmen vom 11. August 2017

 

Namenloser Zufluss zum Medenbach aus dem Kohlhaag (Gemarkung Medenbach, Stadtkreis Wiesbaden).

Aufnahmen vom 11. August 2017

Das kleine Fließgewässer entspringt östlich der A3 und unterquert die Autobahn in einem Durchlass mit geringem Durchmesser. Es fließt dann nördlich der Bebauung durch den Kohlhaag und passiert zwei Tümpel. Vor dem Erreichen eines hohen Gewölbeduchlasses unter der Trasse der Ländchesbahn verschwindet das Gewässer vermutlich in einer Verrohrung.

Wicker

Die Aufnahmen entstanden am 18. Januar 2017, einem sonnigen aber kalten Wintertag, am Wickerbach in der Gemarkung Wicker (Flörsheim-Wicker, Main-Taunus-Kreis).

Flörsheim

Die Aufnahmen entstanden am 28. Dezember 2016 am Wickerbach in der Gemarkung Flörsheim (Main-Taunus-Kreis) zwischen der Wiesenmühle und der Mündung des Wickerbachs in den Main.

Die Familie Traiser hatte ein historisches Wasserrecht für die Beschickung des oberschlächtigen Mühlrads der Ober- oder Traisermühle nach den Bestimmungen des Wasserhaushaltsgesetz neu eintragen lassen. Das Mühlrad wurde durch eine Turbine zur Stromerzeugung für den Eigenbedarf und für die Einspeisung ins Netz ersetzt und der Mühlkanal geräumt und reaktiviert. Mehrmals wurde der Wickerbach am Wehr unterhalb der Wiesenmühle vom Müller Traiser abgesperrt und das gesamte des Wasser des Wickerbachs in den Mühlkanal geleitet, um die Turbine auszulasten. Nie wurde deshalb ein Ordnungswidigkeits-Verfahren eingeleitet. Der wasserrechtliche Bescheid für Ableitung von Wickerbachwasser in den Mühlkanal besteht lediglich auf einem Restabfluss im Wickerbach von 20 Liter/Sekunde, die Hauptmenge des Wassers fließt in den Mühlkanal zur Turbine, eine mutlose und gewässerökologisch bedenkliche Entscheidung der Oberen Wasserbehörde. Die Gefällestrecke im Wickerbach unterhalb des Mühlkanal-Wehr erhielt eine Gestaltung mit mehreren Barrieren aus Taunus-Quarzitblöcken. Die für eine Renaturierungsstrecke für einen Mittelgebirgsbach nahe der Mündung durchaus unübliche Gestaltung ist immerhin gut gemeint. Das wenige Wasser, das bei Trockenwetter im Hauptlauf des Wickerbachs verbleibt, soll durch die Spalte so schnell fließen, um die Fische durch die Lockströmung zu animieren hier durchzuschwimmen, statt in den Mühlkanal. Wie aber kaum anders zu erwarten war, spielen Kinder und Erwachsene im Bach und verändern die Strömungsbedingungen. Das alles geschieht, damit die Turbine der Traisermühle viel Strom erzeugen und der Müller guten Gewinn machen kann.

Massenheim

Wickerbach zwischen der Gemarkungsgrenze von Delkenheim und der Wickerbachmühle in Massenheim (Aufnahmen vom 15. März 2018)

Nach der Wickerbachaue in Massenheim links des Wickerbachs wird die Delkenheimer Wickerbachbrücke an  der Gemarkungsgrenze zu Massenheim gezeigt. Im Bild rechts neben dem Brückenfundament ist ein Abwasserentlastungskanal des Abwasserverbandes Flörsheim zu sehen. An diesen Kanal ist der Abfluss eines Quellteichs oberhalb der Straßenmühle angeschlossen. Es folgt der Ausblick von der Wickerbachbrücke bachabwärts. Weiter unterhalb gibt es eine Brücke für die Landwirtschaft, gezeigt wird der Bach oberhalb und unterhalb der Überfahrt. Rechts neben dem Bach sind Gebäude der Wickerbachmühle zu erkennen. Oberhalb der Überfahrt befand sich ein Stauwehr mit einer Wasserspiegeldifferenz von 1,10 Meter, das im November 2010 gesprengt wurde. Leider hat es die Gemeinde Hochheim-Massenheim bisher versäumt, die Reste des Fundaments aus den Ufern zu entfernen und die Ufer wieder naturnah herzustellen.

Die Fotos wurden am 20. Dezember 2016 sowie 05. und 09. Januar 2017 am Wickerbach und am Mühlkanal zur Wickerbach-Mühle in der Gemarkung Massenheim (Stadt Hochheim-Massenheim) im Main-Taunus-Kreis aufgenommen.

Der Mühlgraben zur Wickerbach-Mühle wurde in der Gemarkung Delkenheim größtenteils zugeschüttet. Ein Rest existiert zwischen dem Quellteich oberhalb der Straßenmühle bis zum Wirtschaftsweg an der Gemarkungsgrenze zu Massenheim. Dort wird der Abfluss in einem Kanalrohr dem Wickerbach zugeleitet. Daher ist das Bett des Wickerbach-Kanals auf Massenheimer Gemarkung, abgesehen von einem tief liegenden Bereich, meist trocken.

Verschiedene Kartenwerke und Luftbilder zeigen einen offenen Abfluss von dem ehemaligen Kiesteich auf dem Gelände des Golfclubs Hochheim-Wiesbaden zur Wickerbach-Mühle und bis zum Wickerbach. Dieser offene Abflussgraben wurde beginnend oberhalb des Wirtschaftsweges Delkenheim/Massenheim bis zum Wickerbach verrohrt. Die Frage ist nun: Müssen die Karten aktualisiert werden? Oder wäre es nicht angemessener, den offen Abfluss (vielleicht außerhalb des Mühlengeländes) wieder herzustellen?

Die Bilder wurden am 18. Januar 2017 in der Wickerbachaue von Massenheim rechts vom Bach und am ehemaligen Mühlkanal zur Stein-Mühle aufgenommen (Gemarkung Massenheim, Stadt Hochheim-Massenheim, Main-Taunus-Kreis).

Wallau

Wickerbach in der Gemarkung Wallau (Hofheim/Ts.-Wallau, Main-Taunus-Kreis)

Fotos vom 07. September 2016

Der Ortskern von Wallau (Kreisstadt Hofheim/Ts., Main-Taunus-Kreis).

Aufnahmen vom 07. September 2016

Klingenbach in Wallau zwischen der Gemarkungsgrenze zu Breckenheim und der Mündung in den Wickerbach (Hofheim-Wallau, Main-Taunus-Kreis).

Aufnahmen vom 07. September 2016

Die Schlagmühle am Wickerbach in Wallau und die Reste der Mühlkanäle.

Aufnahmen vom 28. Juni 2017

Langenhain/Wildsachsen

In der Hohl in Wildsachsen (Aufnahmen vom 21.01.2018)

An dem Weg „In der Hohl“ befindet sich das Gelände mit dem Brunnen 4 der Trinkwassergewinnung von Wildsachsen und die zentrale Trinkwasseraufbereitung für alle 4 Brunnen. Unterhalb des eingezäunten Geländes erscheint ein kleines Fließgewässer, das rechts entlang des Hohlwegs auf den Ortskern von Wildsachsen zuläuft und am Rand der Bebauung in eine Verdolung eintritt. Unter Berücksichtigung der Topografie ist anznehmen, dass der ursprüngliche Fließweg zum Hollerbach führte.

Der Klingenbach von der Straße Am Hollerbach bis zur Kreuzung mit der Landesstraße 3018 an der Kläranlage von Wildsachsen (Gemarkung Wildsachsen, Main-Taunus-Kreis). (Aufnahmen vom 06. Dezember 2016).

Nach der Einmündung des Hollerbachs in den Seyenbach oberhalb der Straße am Hollerbach in Wildsachsen trägt das vereinigte Fließgewässer den Namen Klingenbach. In der Gemarkung Wildsachsen nimmt der Klingenbach aus den Osten zufließenden Lotzenbach auf. Aus Quellbereichen entlang des Bachs erhält der Klingenbach zusätzlichen Abfluss. Die Zuflüsse aus den Einschnitten westlich der Landesstraße 3017 sind überwiegend drainiert und daher nur indirekt als Gewässer zu erkennen. Auch ein ausgedehntes Feuchtgebiet zwischen Klingenbach und Lindenhof wird hauptsächlich über einen Drainagegraben in den Lotzenbach entwässert.

Unterhalb der Einmündung des Hollerbachs wurde der Klingenbach unterhalb der Straße Am Hollerbach verlegt und ein Stück verrohrt.

Aus dem Hauptkanal der zur Kläranlage Wildsachsen orientierten Mischwasserkanalisation fließt dem Klingenbach aus einem Entlastungskanal bei Stark- und Dauerregen  unzureichend gefiltertes Abwasser zu. Die Abflussstöße erodieren das Bett des Klingenbachs bis zur Anpassung an die Abflussspitzen.

Der meist schmale Gehölzsaum des Klingenbachs besteht überwiegend aus angepflanzten Silberweiden, teilweise angereichert mit einer Sukzession von Schwarzerlen, Eschen und Graupappeln.

Der Klingenbach und seine Zuflüsse sind in der Gemarkung Wildsachsen während aller Jahreszeiten sehr dürftige, abflussarme Gewässer. Hauptursache sind die zahlreichen Grundwasserentnahmen für die Trinkwassergewinnung.

 

Der Seyenbach von seinem Ursprung in der Gemarkung Eppstein-Bremtal bis zum Zusammenfluss mit dem Hollerbach im Ortsbereich von Wildsachsen (Gemarkung Wildsachsen, Hofheim/Ts., Main-Taunus-Kreis) (Aufnahmen vom 12. April 2017).

Viel spricht dafür, dass der Quellbereich des Seyenbachs unterhalb der Wiesbadener Straße in Eppstein-Bremthal unter der Hochspannungs-Trasse am Nordrand der großen Lichtung zu finden ist. Ein Indiz für diese Annahme ist die Form der schmalen, langgestreckten, beiderseits von Feldern eingefassten Wiese. Weiter ist anzunehmen, dass die Trinkwassergewinnungs-anlagen in den Gemarkungen Bremthal und Wildsachsen den oberen Seyenbach trockengelegt haben.

Auf offenes Wasser stößt man zuerst westlich vom Sportplatz Bremthal an der Gemarkungsgrenze zu Wildsachsen. Dort hat der NABU einen Teich als Amphien-Biotop angelegt. Das kleine Stillgewässer liegt im Sichtschutz eines kleinen Weiden-Hains. Der Teich hat keine Speisung aus einem Fließgewässer. Damit er nicht sofort austrocknet ist er mit Folie ausgelegt.

Auch unterhalb des NABU-Teichs, nun in der Gemarkung Wildsachsen, ist von einem Fließgewässer anfangs nichts zu erkennen. Nur nach Starkregen oder einer längeren Regenperiode fließt dort zeitweise etwas ab. Ein schmales, abflussarmes Bächlein bildet sich dann etwa auf Höhe des Seyenbergs heraus.  Weitere Trinkwassergewinnungsanlagen des Wasserbeschaffungsverbands Hofheim begleiten den Seyenbach auf seinem weiteren Lauf (und entziehen ihm viel Wasser) bis er nach dem Zusammentreffen mit dem Hollerbach zum Klingenbach wird.

In den Wiesen oberhalb der Ortslage von Wildsachsen ist der kümmerliche Bach begradigt. Es gibt nur einzelne Fragmente eines artenarmen, das Gewässer begleitenden Gehölzsaums. Seitliche Zuflüsse, in Karten enthalten, lassen sich nicht lokalisieren, weil sie entweder ausgetrocknet sind oder drainiert wurden.

Innerhalb der geschlossenen Bebauung von Wildsachsen besitzt der Seyenbach nur eine schmales, ungepflegtes, von den Anliegern mehr oder weniger nach Gutdünken genutztes Gewässergrundstück.

An der Grabenstraße weisen Warnschlider auf die Gefahren hin, die beim Anspringen der Entlastungsanlage der Mischwasserkanalisation drohen. Dann kann der kleine Bach kurzzeitig anschwellen. Ein Hinweis auf die Abwasseinhaltsstoffe, die bei Entlastungssituationen eingeleitet werden, fehlt allerdings.

Unterhalb der Medenbacher Straße wurde das Fließgewässer ein Stück verrohrt, ohne dass dafür eine Notwendigkeit zu erkennen wäre.

Nach Querung der Landesstraße 3017 (Alt-Wildsachsen) nimmt der Seyenbach ein weiteres kümmerliches Fließgewässer auf. Danach trägt er den Namen Klingenbach.

 

Der obere Hollerbach mit seinen Zuflüssen in der Gemarkung Langenhain (Aufnahmen vom 26. Juli 2017 bei Regenwetter).

Der Hollerbach entsteht im Buchenmischwald aus zwei Quellarmen, einem südöstlichen und einem nordöstlichen, unterhalb des Judenkopfs. Der nordöstliche (gegabelte) Quellarm wird wiederum aus zwei Quellen gespeist, die auf unterschiedlichem Geländeniveaus austreten.

Kurz vor dem Waldrand wurde das Bett des Hollerbachs für die Anlage eines großen Waldteichs genutzt. Das Bachwasser, soweit es nicht in den Teich fließt, wird bei Trockenwetter in einem maroden Umgehungsgerinne südlich um den Teich herum geleitet. Hochwasserabflüsse gelangen direkt in den Teich, daher dürfte der Damm des Teichs auf der Südseite gebrochen sein. Die Bruchstelle wurde nur notdürftig repariert und fungiert nun als Notüberlauf, wenn das Umgehungsgerinne versagt.

Aus gewässerökologischen Erwägungen hat der Teich keine Berechtigung und sollte daher zumindest stark verkleinert werden.

Auf Höhe des Teichs erreicht aus Süden ein namenloser Quellbach den Hollerbach und mündet dort in das Umgehungsgerinne.

Namenloser Zufluss zum Hollerbach auf Höhe der Teichanlage im Forst aus südlicher Richtung (Gemarkung Wildsachsen, Hofheim/Ts., Main-Taunus-Kreis) (Aufnahmen vom 03. November 2016)

 

Namenloser Zufluss zum Hollerbach unterhalb der Teichanlage im Forst aus nördlicher Richtung (Gemarkung Wildsachsen, Hofheim/Ts., Main-Taunus-Kreis)

Aufnahmen vom 03. November 2016

 

Der untere Hollerbach Höhe Junghainze-Hecken bis zum Zusammenfluss mit dem Seyenbach im Ortsbereich von Wildsachsen (Gemarkung Wildsachsen, Hofheim/Ts., Main-Taunus-Kreis) (Aufnahmen vom 24. August 2016).

 

Der untere Hollerbach von der Teichanlage im Forst bis Höhe Junghainze-Hecken (Gemarkung Wildsachsen, Hofheim/Ts., Main-Taunus-Kreis) (Aufnahmen vom 03. November 2016).

 

Der untere Lotzenbach bis zur Mündung in den Klingenbach (Aufnahmen vom 06. Dezember 2016).

Der Lotzenbach im Wald in der Gemarkung Langenhain. Gezeigt werden insbesondere die insgesamt vier Stillgewässer, die der Lotzenbach durchfließt (2 Tümpel und 2 Teiche). (Aufnahmen vom 2. April 2017).

Der Lotzenbach in Langenhain und Wildsachsen. Gezeigt wird der dürftige, abflussarme Lotzenbach von der Quelle in der Gemarkung Langenhain bis kurz vor der Mündung in den Klingenbach in der Gemarkung Wildsachsen. Der Lotzenbach durchfließt im Oberlauf zwei Waldteiche und zwei kleine Aufstauungen (Aufnahmen vom 22. März 2017).

Thierbach und Thierbach-Teiche in der Gemarkung Langenhain (Aufnahmen vom 12. April 2018)

 

Seitenarm des Thierbachs und seine Teiche in der Gemarkung Langenhain (Aufnahmen vom 12. April 2018)

 

Grundwasseraustritt oberhalb des Thierbachs am Böschungsfuß  zwischen der Landesstraße 3018 und einem Wirtschaftweg. Der Wasseraustritt speist einen schmalen, unbewirtschafteten Teich, der in der Regel nicht völlig trocken fällt (Aufnahmen vom 29. März und 07. April 2017).

Der nordöstliche Hauptseitenarm des Thierbachs und zwei von ihm durchflossene, unbewirtschaftete Waldteiche. Im oberen Teich waren Froschlaich und einige braune Grasfrösche zu sehen. Im unteren Teich konnten weder Frösche noch Erdkröten gefunden werden (Aufnahmen vom 22. März 2017).

Der Hauptarm des Thierbachs und vier von ihm gespeiste Vereins-Teiche: Reinecke-Weiher Am Massenheimer Graben, Orje-Weiher, Ritter-Weiher und Herzog-Weiher (Aufnahmen vom 22. März 2017).

In einem Teich des Angelsportvereins Lorsbach e.V. 1970 (der 2. Teich in Fließrichtung des Thierbachs: Orje-Weiher) war das Laichgeschäft der Erdkröten in vollem Gang. Hunderte Erdkröten drängten sich in Ufernähe vorallem auf der Westseite (der abstromigen Seite) des großen Teichs. Im ersten, höher gelegenen Teich (Reinecke-Weiher und dem vorgelagerten kleinen Teich) waren keine Erdkröten zu sehen. Im dritten und vierten Teich (Ritter-Weiher und Herzog-Weiher) konnten nur wenige Erdkröten beobachtet werden.

Der unterste Teich (Herzog-Weiher) zeigte bereits zu dieser Jahreszeit erste Anzeichen von Überdüngung (Eutrophierung): Grünalgendecke auf der Wasseroberfläche. Die Eutrophierung deutet auf einen (zu) hohen Fischbesatz hin.

Bei einem Besuch am Orje-Weiher zwei Wochen später, war vom Laich der Erdkröten fast nichts mehr zu sehen. Naheliegende Vermutung: Die Fische im Teich haben das Nahrungsangebot angenommen.

Die Thierbach-Teiche ermöglichen einer handvoll älterer, in Vereinen organisierten Herren ein preisgünstiges Freizeitvergnügen beim Angeln und dem Verzehr der gefangenen Fische. Mit Naturschutz hat das rein gar nichts zu tun, auch wenn die aufgestellten Vereinsschilder etwas anderes behaupten. Es ist an der Zeit, die Genehmigungen der Teiche und die Pachtverträge auslaufen zu lassen oder zu widerrufen und den Thierbach wieder zu einem durchgängigen Fließgewässer mit heimischer Fauna zu machen.

 

Der Thierbach und vier Angelteiche, die er durchfließt (Aufnahmen vom 24. August 2016).

Der Ortsteil Wildsachen von Hofheim/Taunus (Main-Taunus-Kreis).I n Wildsachen vereineinigen sich Seyenbach und Hollerbach zum Klingenbach. Der Klingenbach ist der bedeutenste Zufluss des Wickerbachs, er mündet in Hofheim-Wallau in den Wickerbach. Die Aufnahmen entstanden am 24. August.

 

Der nördliche Quellarm des Thierbachs (Fotografien vom 24. Auuust 2016).

Während der südliche, parallel zur Landstraße 3018 verlaufende Quellarm zu diesem Zeitpunkt oberhalb der Teichanlage des Sportangler-Clubs Taunusfischer e.V. vollständig ausgetrocknet war, wies der nördliche Arm noch Abfluss auf. Ein Fächer aus mehreren markant eingeschnittenen Rinnen (teilweise trocken) vereinigt sich oberhalb der NO-SW querenden Starkstromtrasse zu einem kleinen Bachlauf, der in zwei aufeinander folgenden, unbewirtschafteten Waldteichen aufgestaut wird. Er vereinigt sich unterhalb des Taunusfischer-Teichs (Reinecke-Weiher) mit dem südlichen Quellarm zum Thierbach.

Der Thierbach und 5 Teichanlagen, die der kleine Bach durchfließt, in  den Gemarkungen Langenhain und Wildsachsen (Kreisstadt Hofheim/Ts., Main-Taunus-Kreis) und, kurz vor der Mündung in den Klingenbach, in der Gemarkung Breckenheim,Wiesbaden (Aufnahmen vom 19. April und 08.Juni 2016).

Der kleine Bachlaufs neigt dazu, im Oberlauf im Sommer und Herbst vollständig auszutrocken. Dies verträgt sich schlecht mit dem Umstand, dass der Thierbach insgesamt 5 zum Teil große Teiche zu speisen hat, 4 davon Angelsportteiche, genutzt von 3 Vereinen. Hier besteht aus gewässerökologischer Sicht Veränderungsbedarf.

Im letzten Abschnitt wurde der Thierbach in der Gemarkung Breckenheim (ursprünglich zur Speisung der Klingenmühle) in ein parallel zum Klingenbach verlaufendes Bett verlegt. Nach Einstellung des Mühlenbetriebs blieb es bei der Gewässerverlegung, nun zur Speisung einer Teichanlage oberhalb des Klingenbachs. Der Thierbach fließt aus zwei Teichausläufen in den Klingenbach.

Die ursprünglichen Mündung des Thierbachs in den Klingenbach ließe sich ohne bedeutenden Aufwand wieder herzustellen, wenn der Wille dazu vorhanden wäre.

 

Der Thierbach und die mittleren 3 der insgesamt 5 Teichanlagen, die der kleine Bach durchfließt (Aufnahmen vom 17. März 2016).

Breckenheim

Der Medenbach in der Gemarkung Breckenheim

der Landeshauptstadt Wiesbaden  zwischen „Im Stückenrod“ an der A 3 und der Mündung des Medenbachs in den Wickerbach „An der Steinern Brück“ (Gemarkung Breckenheim, Stadtkreis Wiesbaden).

Aufnahmen vom 08. und 12. Juni, 06., 12. und 19. Juli sowie vom 24. August 2016

Auf etwa 300 Meter Länge verläuft der Medenbach unmittelbar am Westrand der Autobahn A3, im unteren Abschnitt ohne Begleitgehölze, im oberen Abschnitt im Gehölzsaum eingetieft und bei erhöhtem Abfluss (Zufluss aus Entlastungsanlagen der Mischabwasserkanalisation und Niederschlagswassereinleitung von der Raststätte Medenbach) das an die A3 angrenzende Ufer unterspülend und abtragend. Erforderlich wäre es, dem Bach mehr Platz am von der A3 abgewandten Ufer zu verschaffen (Verbreiterung der Gewässer-Parzelle) und somit den Rand der A3 zu sichern.

Bei den Bachgehölzen dominieren Schwarzerlen und (z.T. alte) Weiden. Die Weiden dürften wie an anderen Bächen in der Gegend auf Anpflanzungen zurückgehen. Insgesamt ist der Bachgehölzsaum artenarm. Durch Pflegemaßnahmen sollte die natürliche Sukzession  gewässertypischer Baumarten (u.a. Eschen, Ahorn-Arten) unterstützt werden.

 

 

Die Entwässerungsanlage der Autobahn-Raststätte an der A3 mit Ablauf in den Medenbach und der Medenbach im Bereich Kappesgewann oberhalb des Autobahn-Durchlasses (Gemarkung Breckenheim, Stadtkreis Wiesbaden).

Aufnahmen vom 22.Februar 2012 und 05. Februar 2013

Der Wickerbach nach dem Bau des überdimensionierten Doppelkreises von der Brücke der Landesstraße 3039, vorbei an den Bauernhöfen und sonstigen landwirtschaftlichen Gebäuden beiderseits des Bachs,  bis zur Einmündung des Medenbachs und zur Siedlung Gerbermühle am Ortsrand von Hofheim-Wallau (Gemarkung Breckenheim, Stadtkreis Wiesbaden).

Aufnahmen vom 08. Juni, 06. und 12. Juli und 07. September 2016

 

Die neue Brücke der Landesstraße 3039 über den Wickerbach (vor dem Bau des überdimensionierten Doppelkreisels), ein Verkaufsstand von Schneider´s Bauernhof (Igstadt) für Feldkürbisse und der Wickerbach oberhalb der Brücke (Gemarkung Breckenheim, Stadtkreis Wiesbaden).

Aufnahmen vom 29. Oktober 2013

Der Klingenbach an einem verregneten Vormittag im Abschnitt zwischen der Neumühle und  der Ortslage von Breckenheim (Gemarkung Breckenheim, Stadtkreis Wiesbaden).

Östlich vom Klingenbach steigt das von Laubmischwald bestandene Gelände steil zum Stockheck an. Die Aue westlich des Bachs ist landwirtschaftlich geprägt. An einer Gewässerschleife Am Klingenberge hat sich artenreiche Auwald-Skzession eingestellt. Unterhalb der Bachschleife wird das Gelände beiderseits des Bachs landwirtschaftlich genutzt: Wiesen und Steuobstbestände am Ostufer, Feldbau am Westufer. In Richtung Ortslage wird der bachbegleitende Gehölzstreifen schmaler. Länger zurückliegende Pflegefehler an den Weiden-Bäumen führen zu Baumschäden. Auf Wunsch des Naturschutzes wurden ältere Weiden zur Erhaltung von Baumhöhlen nicht bodengleich zurück geschnitten („auf den Stock setzten“) sondern in 1 1/2 bis 2 Meter über dem Boden. In der Folgezeit bildet sich eine neue, schwere Baumkrone auf einer hohlen, vermodernden Stammbasis. Bei Sturm brechen solche falsch gepflegten Bäume schnell zusammen. Ein Schandfleck am Klingenbach ist die Bebauung und Geländenutzung um die Reithalle.

Aufahmen vom 27. April 2016

 

Der Klingenbach zwischen der Gemarkungsgrenze zu Wildsachsen/Kreuzung mit der Landesstraße 3018 im Norden und der Schnellbahntrasse parallel zur Autobahn A3 im Süden (Gemarkung Breckenheim, Stadtkreis Wiesbaden).

Nach Unterquerung der Landesstraße 3018 (nach Langenhain) passiert der Klingenbach die Kläranlage von Wildsachsen und nimmt das gereinigte Abwasser auf. Unterhalb der Kläranlage liegt eine vom umgeleiteten Thierbach im Hauptschluss gespeiste Teichanlage am linken (östlichen) Bachufer. Die Abläufe aus den Teichen leiten das Wasser des Thierbachs in den Klingenbach, eine in gewässerökologischer und wasserrechtlich unbefriedigende bzw. unzulässige Situation, die dringend verbessert werden sollte.

Der Klingenbach passiert die Klingenmühle und die Neumühle. Am Klingenberge hat der Bach eine markante Schleife nach Westen ausgebildet, um die herum sich eine artenreiche Auwaldsukzession entwickelt hat. Im weiteren Verlauf ist die Gewässerparzelle und damit der bachbegleitende Gehölzsaum wieder schmäler.  Viele Bäume, insbesondere Silberweiden sind durch falsche Pflege geschädigt. Vermodernde Baumstümpfe können den Neuaustrieb nicht tragen und brechen bei Stürmen zusammen.

Einen Schandfleck bilden die Gebäude und Einrichtungen der Reithalle oberhalb der Ortslage.

In der Ortslage ist der Klingenbach überwiegend renaturierungsbedürftig. Entsprechende Planungen wurden bereits vor mehreren Jahren eingeleitet und werden vielleicht in absehbarer Zeit verwirklicht.

Aufnahmen vom 16. Februar, 17. März und 19. April 2016

 

Der Klingenbach in Breckenheim.

Die Aufnahmen entstanden in den Jahren 2001  bis 2013 (2001, November 2002, Februar 2008, April 2009, August 2010, Mai und Juni 2011, Mai 2012 und Juni 2013 am Klingenbach innerhalb des Ortskerns von Breckenheim und unterhalb der Bebauung im Distrikt „Bergwiesen“ bis zum Durchlass unter der Autobahn A3.

Die 4 Aufnahmen eines Klingenbach-Hochwassers hat freundlicherweise Herr Dietrich Kröger, Breckenheim, zur Verfügung gestellt.

Mit ersten, bescheidenen Renaturierungsmaßnahmen (Setzen von Störsteinen zur Bildung eeiner Sedimentauflage im ausgebauten Bachbett) wurde am Klingenbach bereits in der ersten Phase der Umsetzung der Wickerbach-Planung 2001 begonnen.

Der Klingenbach hat oberhalb und unterhalb der Ortslage von Breckenheim einen vergleichsweise besseren Zustand als innerhalb. Im Ortskern ist er mit Rasengartengittersteinen ausgebaut, teilweise zwischen Ufermauern eingezwängt, von zahlreichen öffentlichen und illegal errichteten privaten Brücken und Stegen überbaut und oberhalb der Löffelgasse aus der Taltiefsten herausgelegt, was zu Hochwasserschäden an der Bebauung im ursprünglichen Gewässerbett führen kann. Auch wird der Bach immer wieder zur Entsorgung von Gartenabfällen genutzt, die sich im weiteren Verlauf aufstauen und aufwändig sowie teuer entsorgt werden müssen.

Nichtsdestoweniger besitzt der Gewässerabschnitt einiges Potenzial zur Renaturierung und gleichzeitig schöneren Gestaltung des Ortskerns. Mit ersten Vorbereitungen begann das städtische Umweltamt bereits 2008, die im Ortsbeirat auf grundsätzliche Zustimmung stießen. Nach längerer Pause wurden die Planungen vom Umweltamt, unterstützt von der Oberen Wasserbehörde, wieder aufgegriffen. Zur Umsetzung könnte es ab 2018 kommen.