Goldsteinbach/Wi.-Sonnenberg

Der Goldsteinbach, ein Zufluss zum Rambach in Sonnenberg, beginnt im Distrikt Försterwendelsrod am Südrand des Taunuskamms. Der Bach entsprang aus einem ausgeprägten Quelltopf. Die Vergangenheitsform ist zu wählen, da die ersten 250 Meter des Quellbachs seit vielen Jahrzehnten trocken gefallen sind und nur bei Stark- oder Dauerregen kurzzeitig Wasser führen; erst unterhalb der Querung eines Wirtschaftswegs hat der Bach geringen Abfluss. Der etwa 3,25 Kilometer lange Bach besitzt abgesehen von der ehemaligen Hauptquelle 11 Zuläufe, die bedauerlicherweise allenfalls periodisch dem Goldsteinbach Wasser zuführen. Die Ursache für das Trockenfallen der Quellbäche und den Abflussmangel im Bach ist eindeutig die Trinkwassergewinnung. Hessenwasser betreibt am Rand des Goldsteinbachbachs im Distrikt Wolfsschrecken eine Gewinnungsanlage und an den Quellen von 3 Quellbächen im Försterwendelsrod 3 weitere Gewinnungsanlagen. Abgesehen von diesen Anlagen mit relativ geringer Förderung wirken sich die Taunusstollen gravierend auf den Wasserhaushalt des Bereichs aus: Der größte Teil des Grundwasserdargebots gelangt in die Trinkwassergewinnungsanlagen und nur ein kleiner Rest fließt in dem einst wasserreichen Quellgebiet in die Bachläufe ab.

Oberhalb der Kirchenwiese wurde im Taleinschnitt des Goldsteinbachs eine aus 4 Teichen bestehende Teichanlage angelegt. Die Eigentümer der Teiche sind (waren?) eine Erbengemeinschaft (Koob, Huber, v. Seck), nach dem auffälligsten Vertreter wurden die Teiche informell von-Seck-Teiche genannt. Der Bachlauf erhielt einen schmalen Fließweg (in Fließrichtung) links neben der Teichanlage, bei gelegentlichen Hochwässern grub er sich tief ein. Das meiste Wasser gelangte in die Teiche. Der Damm des größten (untersten) Teichs brach mindesten einmal. Die Nutzung der Teiche als Fischteiche durch einen Pächter endete nach dem Dammbruch, seit 2016 begann die Anlage zu verfallen. Im November 2018 war nur im größten Teich eine Restwassermenge verblieben.

Im Distrikt Wolfsschrecken fließt der Goldsteinbach am Bauwerk einer Trinkwassergewinnungsanlage von Hessenwasser vorbei. In der Leppenwies befindet sich rechts vom Bach die Trinkwasseraufbereitungsanlage für die Flachstollen und Sickergalerien im Goldsteintal. In der Kirchenwiese trifft der ebenfalls wasserarme Schimbach aus dem Sichtertal von Norden auf den Goldsteinbach. Am Ende des öffentlichen Abschnitts der Straße Goldsteintal liegt die Ausflugsgaststätte Hubertushütte mit einem Parkplatz vor der Wasseraufbereitungsanlage.

Unterhalb der Hubertushütte tritt der Goldsteinbach in der Leppenwies in ein feuchtes Schwarzerlen-Auwäldchen ein. Am unteren (südlichen) Ende der Leppenwies nimmt der Goldsteinbach links den Distelbach und dann den Johannisgraben (über den Umweg durch den unteren Teich der Eishausteichanlage) auf. Die untere Leppenwies wird von einer eingezäunten, im Privatbesitz stehenden, Teichanlagen (zwei Teiche) eingenommen. Es sind ehemalige Eisteiche mit dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude des Eishauses. Die Eishausteiche werden seit längerer Zeit augenscheinlich nicht mehr genutzt.

Am westlichen Rand der Straße Goldsteintal, kurz oberhalb der Eishausteiche, befindet sich die Fassung der Goldsteinquelle mit zwei Auslässen. Der zentrale Auslass ist als Trinkwasser gekennzeichnet, dort füllen regelmäßig mit dem PKW angereiste Besucher mitgebrachte Kanister das aus der Aufbereitungsanlage an der Hubertushütte stammende, begehrte weiche Wasser ab. Mitunter kam es dort zu Konflikten zwischen Besuchergruppen und zu gegenseitigen Beschwerden. Das Wasser der eigentlichen Goldssteinquelle tröpfelt aus dem seitlichen Auslass in den Brunnentrog, seine Qualität wird nicht überwacht und es ist daher nicht als Trinkwasser freigegeben. Der Abfluss aus der Brunnenfassung fließt im Straßengraben zum Goldsteinbach.

Unterhalb der Eishausteiche unterquert der Goldsteinbach die Straße und fließt am Westrand des Distrikts Goldstein auf  eine weitere, aus 2 mittelgroßen und 4 kleineren Teichen bestehende, städtische Teichanlage zu, die nach ihrem langjährigen Pächter informell Panzerteiche genannt wird. Die Nutzung als Fischteiche kam vor 2013 zum Erliegen. Seitdem werden die Teiche von der Abteilung Natur und Landschaft im städtischen Umweltamt als Biotopteiche genutzt. Inzwischen stehen sie im Eigentum der Stadt Wiesbaden. Diese Teichanlage ist, wie die beiden oberhalb liegenden Teichanlagen, von der zuständigen Oberen Wasserbehörde nie genehmigt und die Wasserentnahme aus dem Goldsteinbach nie erlaubt worden. Aktuell waren nur die zwei unteren, größeren Teiche halb bespannt. Nach mehreren Brüchen des maroden, aus Bauschutt aufgeschütteten und von inzwischen gefällten Bäumen durchwurzelten Damms sind die Bruchstellen als provisorische Abläufe in den Goldsteinbach hergerichtet, so dass der frühere Füllstand nicht mehr erreicht werden kann.

Unterhalb der Panzerteiche unterquert der Goldsteinbach im Distrikt Hohe Wiese wieder die Straße. Unmittelbar nach der Brücke befindet sich die Ablaufschwelle zur Beschickung des ausnahmsweise genehmigten Stickelmühlteichs. Die ursprünglich zwei, oberhalb des Bachs liegenden Stickelmühlteiche wurden zwischen 2011 und dem Frühjahr 2013 vom kommunalen Umweltamt verkleinert und mit einem stabilen Damm an der Bachseite  versehen. Der kleine, obere Aufzuchtteich entfiel. Bei dieser Gelegenheit erhielt der Goldsteinbach auf einer Strecke von ca. 250 m ausreichend Platz für die eigendynamische Gewässerentwicklung, auch auf Kosten des vom Grünflächenamt aufgegebenen, rechts angrenzenden Spielplatzes. Oberhalb des umzäunten Pachtgeländes wurde ein Feuchtbiotop angelegt. Die Baukosten für die Bachrenaturierung und den Teichumbau betrugen insgesamt 240.000 €, das Land Hessen erstattete 100.000 € (70%) für die Arbeiten an dem Bachabschnitt, die Teichumgestaltung war nicht förderfähig. Nach dem Umbau bzw. der Verkleinerung der Stickelmühlteichanlage verblieb ein Teichvolumen von 900 m³. Die Stickelmühl-Teichanlage befindet sich in der Verwaltung der Abteilung Schutz und Bewirtschaftung der Gewässer des Umweltamtes und ist an den Angelsportverein 1960 Wiesbaden verpachtet. Die Zuständigkeit für die Genehmigungs- und Ausführungsplanung des Umbaus der Anlage wurde vom Amtsleiter des Umweltweltamtes auf die chronisch unausgelastete und fachlich einschlägig unerfahrene Abteilung Altlasten des Umweltamtes übertragen, ein für das Umweltamt nicht untypischer Vorgang.

Der weitgehend unbeschattete Stickelmühlteich wärmt sich im Ergleich zur Temperatur des Bachwassers deutlich auf. Für die Haltung von Bachforellen wird das Wasser zu warm, daher pflegt der Verein vorallem amerikanische Regenbogenforellen und einige Karpfen, daneben nicht für die Nutzung bestimmte einheimische Fischarten. Die Aufwärmung des Teichwassers wirkt sich unterhalb des Teichablaufs ungünstig auf die Temperatur des Goldsteinbachs aus. Um die Fischausbeute konkurriert der Verein mit Kormoranen und Graureihern.

Unterhalb der Stickelmühlteiche kommt der Bach wieder auf die Westseite der Straße und fließt, mehrfach von Hauszugängen überbaut, zwischen Ufermauern eingezwängt und mit fester Sohle, auf die Ostpreußenstraße zu. Bis zur Mündung in den Rambach folgt das vollständig hart ausgebaute Bachbett einer Häuserzeile am Rand der Ostpreußenstraße in Wiesbaden-Sonnenberg.

Aufnahmen vom 18.07.2014, 03.06., 16.10., 31.10. und 15.11.2018  sowie 18.07.2014 und 20.09.2007

 

 

Unterer Goldsteinbach und Stickelmühlteich

Anfang Dezember war der Abfluss im unteren Goldsteinbach nach anhaltenden Regenfällen deutlich angestiegen, der Bach war nach der sommerlichen und herbstlichen Miwieder als Bach sichtbar geworden. Der Angelsportverein 1960 Wiesbaden, der den Stickelmühlteich als Pächter bewirtschaftet, hatte das Gelände der Teichanlage am 04. Dezember 2018 für einen Rundgang und ein Informationsgespräch für den Autor zugänglich gemacht. Der 1960 gegründete Verein mit 16 meist älteren Mitgliedern hat amerikanische Regenbogenforellen als Nutzfische, daneben aus Naturschutzmotiven nicht für die Nutzung gedachte bzw. geeignete Fischarten eingesetzt und konkurriert mit Kormoranen und Graureihern um die „Ernte“. Für Bachforellen erwies sich das Wasser des weitgehend nicht beschatteten Teichs als zu warm. Die Pacht beträgt 600 €/Jahr.

 

Schüsselbach

Der Schüsselbach ist der letzte Zufluss zum Goldsteinbach vor dessen Mündung in den Rambach. Ohne Ortskenntnis ist es schwer, das kleine, abflussarme Fließgewässer zu finden, das aus nordwestlicher Richtung kommt, denn der Fließweg des Schüsselbachs verläuft abgesehen vom Quellbereich ausschließlich innerhalb eingezäunter, privater Gärten. Mit dem hessischen Wassergesetz ist dieser Zustand eigentlich nicht vereinbar: Danach befinden sich Fließgewässer im Eigentum der Gemeinde und sie müssen für die Öffentlichkeit frei zugänglich sein. Um diese Bestimmungen haben sich die städtischen Ämter nicht gescheert und Versuche des Umweltamts in der Verantwortung als das Gewässereigentum wahrnehmende Stelle seit 2004, am miserablen Zustand des Schüsselbachs etwas zu ändern, sind bereits im Ansatz durch Desinteresse und Klientelpolitik des Ortsbeirats Sonnenberg stecken geblieben. Die Eigentümer der Grundstücke, die der Schüsselbach durchfließt, sind mit ihm unterschiedlich, aber selten vernünftig umgegangen: In einigen Gärten wurde der kleine Bach bis auf eine Wasserentnahmemöglichkeit verrohrt, in anderen zu einer schmalen, geraden Rinne degradiert, ein Haus wurde im unteren Abschnitt über ihm errichtet und in einem Garten wurde durch umfangreiche Betoneinbauten als Wasserstelle hergerichtet. Es wäre zu klären, wann dieser gewässerökologisch gänzlich unbefriedigende Zustand geschaffen wurde und ob die städtische Liegenschaftverwaltung die Gewässerparzelle widerrechtlich verkauft hat. Die Situation kann vermutlich nur durch eine ämterübergreifende Anstrengung verbessert werden, die jedoch leider nicht in Sicht ist.

Die technisch unzulänglichen Aufnahmen entstanden am 25. September 2007 bei einer Gewässerschau der Unteren Wasserbehörde Wiesbaden, bei der die meisten Gärten ausnahmsweise betreten werden konnten.

Der Wickerbach von den Quellen bis zur Mündung

Aufnahmen des Wickerbachs und der umgebenden Landschaft von den Quellen in Naurod bis zur Mündung in Flörsheim in den Main

aus den Jahren 2010 bis 2018 (Wiesbaden  und Main-Taunus-Kreis, Hessen/Deutschland)

Salzbach

Der Salzbach vom Beginn des Salzbachkanals bis zur Mündung in den Main (Wiesbaden)

Aufnahmen aus den Jahren 2005 bis 2014

 

Der Salzbach entstand ursprünglich aus dem Zusammenfluss von Wellritzbach (mit Kesselbach), dem Schwarzbach (mit Dambach), dem Warmen Bach und dem Rambach. Nach und nach wurden Bachabschnitte, ausgehend vom Ortszentrum des damaligen Ackerbauerstädtchens Wiesbaden, verrohrt. Die Verrohrung oder Verdolung des Wellritzbachs oder Drudenbachs begann nach 1799. Die Verrohrung des Kesselbachs oder Dendelbachs begann nach 1843, den Kesselbach hatte man bereits vor 1799 vom Wellritzbach abgetrennt und in einem nach Norden ausholenden Bogen zum heutzutage nicht mehr existierenden Warmen Weiher zurück zum Wellritzbach geführt. Die Verlegung des Schwarzbachs unter die Erde begann um 1900, die des Dambachs 1826 (kleiner Abschnitt Bereich Taunusstraße) und dann 1843 . Ein erster, kurzer Abschnitt des Rambachs wurde 1810 verrohrt, ein weiterer Abschnitt nach 1868. Ein erster Salzbachabschnitt ging 1868 unter die Erde, die weitere Verrohrung erfolgte nach 1879 bis 1903. Der Warme Bach oder Warmbach, der das Thermalwasser der Thermalspalte sammelte und am Warmen Weiher vorbei in den Kesselbach ableitete, verschwand zwischen 1810 und 1817 von der Bildfläche. Der Warme Weiher war 1810 trocken gelegt und 1817 vollständig zurückgebaut (nach Spielmann-Krake Stadtatlas).

Wellritzbach, Kesselbach und Dambach büßten schließlich im Zuge des Ausbaus der Abwasserkanalisation ihre separaten, wenn auch unterirdisch verlaufenden Fließwege ein und wurden mit Abwasserhauptkanälen zusammengelegt. Um 2005 erfolgte dann im Zusammenhang mit der Sanierung der Kanalisation in der Taunusstraße die Wiederabtrennung des Dambachs vom Abwasser in einen eigenen Kanal mit Anschluss an den Schwarzbachkanal und schließlich erhielten Wellritzbach und Kesselbach 2015 (weitgehend durch die aufwändige Reaktivierung alter Kanalspülleitungen) wieder eigene, überwiegend unterirdische Fließwege (Anschluss Höhe Friedrichstraße an den Salzbachkanal) und wurden damit nicht mehr länger sinnlos als „Fremdwasser“ in das Hauptklärwerk Wiesbaden eingeleitet.

Der Salzbach, das wichtigste Innenstadtfließgewässer, befindet sich bedauerlicherweise bis heute in einem erbärmlichen Zustand. Er beginnt heutzutage wieder aus dem unterirdischen, kanalisierten Zusammenfluss von Schwarzbach, Rambach und Wellritzbach. Der Salzbachkanal verläuft östlich parallel zur Wilhelmstraße, am Ostrand der Reisinger Anlage entlang und weiter am Ostrand der Gleisanlagen der Deutschen Bahn und endet unmittelbar südlich des 2. Rings auf dem Gelände des Hauptklärwerks der ELW. Der obere Kanalabschnitt ist doppelstöckig, im oberen Stockwerkbefindet sich die Mischabwasserkanalisation, im unteren Stockwerk, zirka 8 Meter unter der Geländeoberfläche, liegt die Sohle des Bachkanals.

Überlegungen zur Wiederherstellung von Abschnitten des Salzbachs (z.B. in den Grünanlagen am Warmen Damm und in der Reisinger Anlage) scheiterten am generellen Desinteresse der Stadtplanung und der Wiesbadener Kommunalpolitiker mehr oder weniger aller Fraktionen an den Fließgewässern. Die obere Wasserbehörde begnügte sich in der Vergangenheit mit der Feststellung, dass der Salzbach im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtline ein „heavily modified waterbody“ ist, also ein Gewässer, dem sozusagen nicht mehr zu helfen ist. Zum Problem wurde seitens der oberen Behörde in der Vergangenheit auch die Besonderheit des Salzbachs erklärt (seine natürliche Salzfracht) und darüber nachgedacht, ob das Wasser einer Reinigung (Entsalzung) zu unterziehen ist.

2014 beauftagte die Obere Wasserbehörde in Abstimmung mit dem kommunalen Umweltamt als Gewässereigentümer eine Planungsstudie, die das Potenzial zur Aufwertung des oberirdischen Fließwegs des Salzbachs zwischen dem 2. Ring und dem Infraservegelände in Wiesbaden-Biebrich ausloten sollte. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, das breite Hochwasserbett des Salzbachs von der Ausmauerung zu befreien und den Bach zwischen den (teilweise reparaturbedürftigen) Ufermauern zu renaturieren. Nach Auskunft der oberen Wasserbehörde ist die Planung für den Salzbach noch nicht abgeschlossen, die Einsichtnahme in die Akten auf Grundlage des Umweltinformatonsgesetzes wird daher vorerst (Stand Dezember 2018) verweigert. Mit der Fertigstellung der Planung wird im 2. Halbjahr 2019 gerechnet.

Nach dem Austritt aus dem Kanal ist der Salzbach zwischen dem Hauptklärwerk und der Bahntrasse eingezwängt. Die geplante Erweiterung des Hauptklärwerks in südlicher Richtung für den Bau eine zusätzlichen Reinigungsstufe (Entfernung von Medikamentenrückständen) wird die Sitaution für den Bach keinesfalls verbessern. Unterhalb des Klärwerks verläuft der Salzbach zwischen der Bahntrasse links und Kleingärten rechts. Die Brücke der A 66 überspannt das Salzbachtal, die östlichen Pfeiler befinden sich am Ostufer des Salzbachs. Seit 2014 wird die Brücke saniert. Knapp vor den Brückenpfeilern der A 66 kommt der Wäschbach über eine Rampe zum Salzbach. Die auf dem Gelände des Hauptklärwerks gefasste Römerquelle, eine der am stärksten schüttenden Quellen von Wiesbaden, wird von ELW als Brauchwasser genutzt, ihr Abfluss gelangt über ein Rohr im rechten Salzbachufer in den Vorfluter Salzbach. Unmittelbar unterhalb der ersten Eisenbahnbrücke hat Kies-Menz, ein Baustoffhandel, 2013 ein städtisches Grundstück erworben und direkt oberhalb der Uferböschung eine Mauer errichtet. Das Kies-Menz-Gelände wurde außerdem durch eine Brücke an die Straße An der Hammermühle angebunden. Die Gewässerbelange konnten erst in die Gespräche der Stadt mit Menz einbezogen werden, als es mehr oder weniger schon zu spät war.

Unterhalb von Kies-Menz unterquert der Salzbach mehrere Eisenbahnbrücken und die Straßenbrücken der Mainzer Straße und Kasteler Straße. Danach tritt der geschundene Bach in das Werksgelände von Infraserve ein. Auf dem Werksgelände ist der Bach teilweise überbaut und verläuft in einem betonierten Bett bis zur Einleitstelle in den Rhein.

Überlegungen im Zusammenhang mit einer Bebauungsplanung in Biebrich den ursprünglich westlich des Werksgeländes verlaufenden Mühlkanal des Salzbachs wieder herzustellen und so den Salzbach in ansprechender Weise zu integrieren, scheiterten am erbitterten Widerstand der Infraserveleitung, da eine unbebaute Fläche des Werksgeländes (ehemaliger Rheinbahnhof) für die Neugestaltung benötigt worden wäre.

 

 

 

Buch: Porträt des Wickerbachsystems

Bremthal: Seyenbach/Grauer Stein

Seyenbach in den Gemarkungen von Bremthal und Wildsachsen, Abstecher zum Grauen Stein in Bremthal: 21. Januar 2018

Gewöhnlich ist vom Seyenbach in der Gemarkung Bremthal und im oberen Wildsachsen nichts zu sehen. Dass die Quellen des Seyenbachs tatsächlich unterhalb der Bebauung von Bremthal zu finden sind, das zeigte sich im Januar 2018 bei einer Schneeschmelze. Das schmale Einzugsgebiet des Seyenbachs in Bremthal wird von zwei Tiefbrunnen der Stadtwerke Eppstein übernutzt, das bedeutet: Es wird für die Trinkwassergewinnung das Grundwasserdargebot voll ausgeschöpft. Dass dies mit Genehmigung der oberen Wasserbehörde geschieht, und obwohl die Stadtwerke Eppstein ihr Wasserrecht nicht voll ausschöpfen, macht die Situation nicht besser. Die Grundwasserförderung muss soweit zurückgenommen werden bis die Quellen des Seyenbachs auch im Sommer wieder schütten.

Medenbach

Der Medenbach in der Gemarkung Auringen und Medenbach (Stadtkreis Wiesbaden).

Aufnahmen vom 26. Juli und 11. August 2017.

Der Medenbach beginnt heutzutage im Distrikt Wellinger in der Gemarkung Auringen zwischen der Autobahn und der Trasse der Ländchesbahn nach Niedernhausen. Seine ursprünglichen Quellen sind jedoch östlich der Landesstraße 3028 in der Gemarkung Bremthal anzunehmen. Durch den Bau der A3 und später der Schnellbahnstrecke nach Köln wurde der Medenbach gekappt. Nach dem Bahn-Durchlass tritt das kümmerliche Bächlein in eine Weiden-Sukzession ein. Nach dem Verlassen des Silberweiden-Wäldchens wird der Medenbach zu einem flachen Biotop-Teich gestaut. Im Distrikt Wellinger (östlich des Medenbachs) und Roteberg (westlich des Bachs) führt das Fließgewässer durch offenes Wiesen- und Ackergelände. Hier und da wurden in den letzten Jahren am Gewässerbett Bäume und Sträucher gepflanzt. Im unteren (südlichen) Distrikt Wellinger erhält der Bach aus Westen Zufluss aus einem Quellgebiet und von Osten fließt aus den Distrikten Darmstädter Wellinger und Bornwiese ein namenloses Fließgewässer zu. Weiter verläuft die Gewässertrasse  Im Unteren Wellinger abwechseln am Waldrand oder mehr in den Aue-Wiesen. Aus östlicher Richtung kommt der Abfluss aus zwei weiteren kleinen Fließgewässern hinzu. Verrohrt quert der Medenbach die Trasse der Ländchesbahn im Durchlass eine Wirtschaftswegs. Weiter verläuft der Bach am Waldrand bis zum Bolzplatz. Unter dem Bolzplatz und dem anschließenden Spielplatz wurde der Bach an der Munzenbergstraße unsinnigerweise auf 250 Meter verrohrt. Die weitere Trasse führt durch Gärten, das Gewässerbett ist in diesem Abschnitt mit Nassauer Gestück ausgelegt. In der Futterwiese östlich des alten Ortskerns von Medenbach vereinigt sich der Medenbach mit dem namenlosen, aus der Pfingstwiese kommenden Bächlein. Unterhalb der Wildsachsener Straße (L 3018) befindet sich eine Abwasser-Pumpstation der Entsorgungsbetriebe Wiesbaden (ELW) am Bachufer. Kurz darauf stößt man auf die Kanalentlastungsanlage von ELW. Das vergitterte Auslassrohr ist mit Klopapier behängt, ein Hinweis darauf, dass auf eine Filteranlage verzichtet wurde oder sie nicht funktioniert. Zu kritisieren ist zusätzlich, dass die Auslassstrecke rechtwinklig und nicht tangential zum Bach angelegt wurde und keine Bremsung des Abwasserabschlags vorgesehen wurde. Im Distrikt Im Oberen Grund verläuft die von Schwarzerlen und Silberweiden gesäumte Bachtrasse durch Wiesen, passiert das Gelände, auf dem ehemals die Kläranlage Medenbach stand und erreicht schließlich den Distrikt Unterer Grund. Dort wurde der Bach nach Osten verlegt. Die Verlängerung der ursprünglichen Trasse wird von einem von Gehölzen umgebenen, nicht bewirtschafteten Teich eingenommen. Unterhalb des Teichs ist der von einem Gehölzsaum gerahmte Bachlauf tief eingeschnitten. Diesen Charakter behält der Medenbach in der Gemarkung Breckenheim, die er nun bald erreicht, bei.

 

Pfingstwiesenbach (Gemarkung Medenbach, Stadtkreis Wiesbaden)

Der in den Karten namenlose Bach erhielt den inoffiziellen Namen Pfingstwiesenbach, da er die Pfingstwiese östlich der A 3 durchfließt. Der abflussarme Bach entspringt aus 3 Quellbereichen am Rand einer ausgedehnten Geländemulde in der Gemarkung von Hofheim-Wildsachsen. Zwei der 3 Quellzonen sind wahrscheinlich dräniert. Die 3 Gewässerärmchen vereinigen sich am Rettungsplatz um das Bauwerk des Notausstiegs des Schulwaldtunnels. Die folgende Gewässertrasse bis zur A 3 wurde nach Abschluss der Bauarbeiten für den Schulwaldtunnel unter Berücksichtigung der Topografie angelegt. Während der Bauzeit des Tunnels wurde die Pfingswiese fast auf gesamter Breite für den Baustellenvekehr genutzt und dabei völlig verwüstet. Eine von der Bahn AG beauftragte Firma erledigte die Rekultivierung und die Anlage des Gewässerbetts unter Zeitdruck gemäß der Abstimmung mit der Fachabteilung des Umweltamtes in Rekordzeit sehr zufriedenstellend. Es wurde davon abgesehen, die vor der Bauzeit existierenden naturfernen, dränageartigen Gräben wiederherzustellen. Angelegt wurde ein breites Gewässerbett, in dem das schmale Gewässer seinen Fließweg selbst ausbildete. Die Besiedelung des Rohbodens mit einer Vielzahl von Pflanzenarten durchlief schnell mehrere Stadien bis zum heutigen Zustand. Die Ansiedelung von Gehölzen wurde durch Pflegemaßnahmen der Naturschutzbehörde verhindert. Nach Unterquerung der A 3 fließt der Pfingswiesenbach am Westrand des Steinwalds auf den alten Ortskern von Medenbach zu und trifft in der Fetterwiese auf den Medenbach. Die Kleingärtner am unteren Pfingstwiesenbach nutzen teilweise das kleine Fließgewässer in üblicher Weise: Zur Wasserentnahme, zur Beseitigung von Gartenabfällen, usf.

Am Nordende der Mehlwiese am Ostrand des nördlichen Ortsteils von Medenbach entspringt ein temporäres Fließgewässer, das sich westlich der A 3 mit dem Pfingstwiesenbach vereinigt.

Einen weiteren Zulauf erhält der Pfingstwiesenbach aus dem Bauernheck. Sein oberer Abschnitt ist verrohrt, nach Querung des Wirtschaftswegs am Pfingstwiesenbach besteht ein offener Gewässergraben.

Pfingstwiesenbach und Zuläufe; Aufnahmen vom 11. August 2017

Pfingstwiesenbach vom Quellbereich in der Gemarkung Wildsachsen bis zur Mündung in den Medenbach; Aufnahmen vom 03. August 2016

Pfingstwiesenbach in der Pfingstwiese; Aufnahmen vom 08. Juli 2008

 

Pfingstwiesenbach nach der Profilierung des Baustellengeländes (Notausstieg Schulwaldtunnel der Schnellbahnstrecke Frankfurt – Köln) in der Pfingstwiese; Aufnahmen vom 26. März 2002

 

Namenloses Fließgewässers mit Ursprung im Distrikt Darmstädter Wellinger zum Medenbach (Gemarkung Medenbach, Stadtkreis Wiesbaden).

Aufnahmen vom 11. August 2017

Der Quellbach wurde nach dem Verlassen des Waldes an den südlichen Rand der Bornwiese verlegt. Er unterquert die Autobahn 3 und die Trasse der Ländchesbahn in Gewölbe-Tunnels. Der Gewässerabschnitt zwischen der A3 und der Bahn wird nur selten begangenen.

 

Namenloser Zufluss zum Medenbach aus dem Schulwald (Gemarkung Medenbach, Stadtkreis Wiesbaden).

Der kleine Bach entspringt östlich der A3. Er unterquert die Autobahn-Trasse in einem Rohrdurchlass und fließt anschließend in einer Miniaturschlucht bis zu einem Gewölbe-Durchlass unter der Trasse der Ländchesbahn. Nach dem Bahn-Durchlass wurde das Gewässer aus unerfindlichen Gründen umgeleitet und mündet schließlich in den Medenbach.

Aufnahmen vom 11. August 2017

 

Namenloser Zufluss zum Medenbach aus dem Kohlhaag (Gemarkung Medenbach, Stadtkreis Wiesbaden).

Aufnahmen vom 11. August 2017

Das kleine Fließgewässer entspringt östlich der A3 und unterquert die Autobahn in einem Durchlass mit geringem Durchmesser. Es fließt dann nördlich der Bebauung durch den Kohlhaag und passiert zwei Tümpel. Vor dem Erreichen eines hohen Gewölbeduchlasses unter der Trasse der Ländchesbahn verschwindet das Gewässer vermutlich in einer Verrohrung.

Wicker

Wickerbach in der Gemarkung von Wicker

Die Aufnahmen entstanden am 18. Januar 2017, einem sonnigen aber kalten Wintertag, am Wickerbach in der Gemarkung Wicker (Flörsheim-Wicker, Main-Taunus-Kreis).

 

Wickerbach oberhalb der Wiesenmühle, Gemarkung Wicker

Aufnahmen vom 06. September 2017

Landgraben in der Gemarkung von Wicker

Aufnahmen vom 06. September 2017

Es ist nicht zu erkennen, wo das Fließgewässer ursprünglich seinen Anfang nahm. Heutzutage entsteht es aus dem Überlauf eines Rückhalte- und Versickerungsbeckens am Rand des Betriebsgeländes der Hausmülldeponie Wicker, das von Zuflüssen aus der Abfallanlage gespeist wird. Der obere Landgraben hat den Charakter eines Wegeseitengrabens. Aus der Gemarkung Hochheim trifft von Westen ein Graben auf den Landgraben, der bei Überlastung der Kanalisation von Hochheim mit Abwasser vermischtes Regenwasser ableitet, aber sonst trocken ist. Der untere Landgraben verläuft in einem Gehölzstreifen, der seitlich des Wirtschaftsweg in Richtung Wiesenmühle angelegt wurde. Vor der Wiesenmühle gelangt der Abfluss des Landgrabens in ein Feuchtgebiet und erreicht diffus den Wickerbach.

Flörsheim

Die Aufnahmen entstanden am 28. Dezember 2016 am Wickerbach in der Gemarkung Flörsheim (Main-Taunus-Kreis) zwischen der Wiesenmühle und der Mündung des Wickerbachs in den Main.

Die Familie Traiser hatte ein historisches Wasserrecht für die Beschickung des oberschlächtigen Mühlrads der Ober- oder Traisermühle nach den Bestimmungen des Wasserhaushaltsgesetz neu eintragen lassen. Das Mühlrad wurde durch eine Turbine zur Stromerzeugung für den Eigenbedarf und für die Einspeisung ins Netz ersetzt und der Mühlkanal geräumt und reaktiviert. Mehrmals wurde der Wickerbach am Wehr unterhalb der Wiesenmühle vom Müller Traiser abgesperrt und das gesamte des Wasser des Wickerbachs in den Mühlkanal geleitet, um die Turbine auszulasten. Nie wurde deshalb ein Ordnungswidigkeits-Verfahren eingeleitet. Der wasserrechtliche Bescheid für Ableitung von Wickerbachwasser in den Mühlkanal besteht lediglich auf einem Restabfluss im Wickerbach von 20 Liter/Sekunde, die Hauptmenge des Wassers fließt in den Mühlkanal zur Turbine, eine mutlose und gewässerökologisch bedenkliche Entscheidung der Oberen Wasserbehörde. Die Gefällestrecke im Wickerbach unterhalb des Mühlkanal-Wehr erhielt eine Gestaltung mit mehreren Barrieren aus Taunus-Quarzitblöcken. Die für eine Renaturierungsstrecke für einen Mittelgebirgsbach nahe der Mündung durchaus unübliche Gestaltung ist immerhin gut gemeint. Das wenige Wasser, das bei Trockenwetter im Hauptlauf des Wickerbachs verbleibt, soll durch die Spalte so schnell fließen, um die Fische durch die Lockströmung zu animieren hier durchzuschwimmen, statt in den Mühlkanal. Wie aber kaum anders zu erwarten war, spielen Kinder und Erwachsene im Bach und verändern die Strömungsbedingungen. Das alles geschieht, damit die Turbine der Traisermühle viel Strom erzeugen und der Müller guten Gewinn machen kann.

Massenheim

Wickerbach zwischen der Gemarkungsgrenze von Delkenheim und der Wickerbachmühle in Massenheim (Aufnahmen vom 15. März 2018)

Nach der Wickerbachaue in Massenheim links des Wickerbachs wird die Delkenheimer Wickerbachbrücke an  der Gemarkungsgrenze zu Massenheim gezeigt. Im Bild rechts neben dem Brückenfundament ist ein Abwasserentlastungskanal des Abwasserverbandes Flörsheim zu sehen. An diesen Kanal ist der Abfluss eines Quellteichs oberhalb der Straßenmühle angeschlossen. Es folgt der Ausblick von der Wickerbachbrücke bachabwärts. Weiter unterhalb gibt es eine Brücke für die Landwirtschaft, gezeigt wird der Bach oberhalb und unterhalb der Überfahrt. Rechts neben dem Bach sind Gebäude der Wickerbachmühle zu erkennen. Oberhalb der Überfahrt befand sich ein Stauwehr mit einer Wasserspiegeldifferenz von 1,10 Meter, das im November 2010 gesprengt wurde. Leider hat es die Gemeinde Hochheim-Massenheim bisher versäumt, die Reste des Fundaments aus den Ufern zu entfernen und die Ufer wieder naturnah herzustellen.

Die Fotos wurden am 20. Dezember 2016 sowie 05. und 09. Januar 2017 am Wickerbach und am Mühlkanal zur Wickerbach-Mühle in der Gemarkung Massenheim (Stadt Hochheim-Massenheim) im Main-Taunus-Kreis aufgenommen.

Der Mühlgraben zur Wickerbach-Mühle wurde in der Gemarkung Delkenheim größtenteils zugeschüttet. Ein Rest existiert zwischen dem Quellteich oberhalb der Straßenmühle bis zum Wirtschaftsweg an der Gemarkungsgrenze zu Massenheim. Dort wird der Abfluss in einem Kanalrohr dem Wickerbach zugeleitet. Daher ist das Bett des Wickerbach-Kanals auf Massenheimer Gemarkung, abgesehen von einem tief liegenden Bereich, meist trocken.

Verschiedene Kartenwerke und Luftbilder zeigen einen offenen Abfluss von dem ehemaligen Kiesteich auf dem Gelände des Golfclubs Hochheim-Wiesbaden zur Wickerbach-Mühle und bis zum Wickerbach. Dieser offene Abflussgraben wurde beginnend oberhalb des Wirtschaftsweges Delkenheim/Massenheim bis zum Wickerbach verrohrt. Die Frage ist nun: Müssen die Karten aktualisiert werden? Oder wäre es nicht angemessener, den offen Abfluss (vielleicht außerhalb des Mühlengeländes) wieder herzustellen?

Die Bilder wurden am 18. Januar 2017 in der Wickerbachaue von Massenheim rechts vom Bach und am ehemaligen Mühlkanal zur Stein-Mühle aufgenommen (Gemarkung Massenheim, Stadt Hochheim-Massenheim, Main-Taunus-Kreis).

Wallau

Wickerbach in der Gemarkung Wallau (Hofheim/Ts.-Wallau, Main-Taunus-Kreis)

Fotos vom 07. September 2016

Der Ortskern von Wallau (Kreisstadt Hofheim/Ts., Main-Taunus-Kreis).

Aufnahmen vom 07. September 2016

Klingenbach in Wallau zwischen der Gemarkungsgrenze zu Breckenheim und der Mündung in den Wickerbach (Hofheim-Wallau, Main-Taunus-Kreis).

Aufnahmen vom 07. September 2016

Die Schlagmühle am Wickerbach in Wallau und die Reste der Mühlkanäle.

Aufnahmen vom 28. Juni 2017