Mukalla, Bir Ali/Hadramaut

Die Aufnahmen entstanden in Mukalla, auf der Fahrt von Mukalla nach Bir Ali und zurück und in Bir Ali (Jemen/Hadramaut)

(13. und 14. Dezember 2008)

Qatn, Hawrah, Al Mashad, Kailat&Bugshan, Wadi Dawan, Al Mukalla/Hadramaut

Fahrt von Tarim über Qatn, Hawrah, Al Mashad, Kailat, Bugshan, das Wadi Dawan nach Al Mukalla (Hadramaut, Jemen).

Aufnahmen vom 13. Dezember 2008

Shibam, Sayun/Hadramaut

Das Zentrum von Sayun am Morgen und Mittag und Shibam am Vormittag, Nachmittag und Abend (Hadramaut, Jemen).

Aufnahmen vom 12. Dezember 2008

Tarim, Aynat/Hadramaut

Tarim am Vormittag und Mittag, Aynat am Nachmittag (Jemen, Hadramaut).

Aufnahmen vom 11. Dezember 2008

Jebel Haraz, Manahka

Bilder einer Exkursion von Sanaa über Matnah, Sùq Bawaan, Mafhaq nach Manákhah bis Hutayb und Káhil.

Aufnahmen vom 10. Dezember 2008

Sanaa

Die Aufnahmen entstanden bei zwei großen Rundgängen durch die Altstadt von Sanaa am 09. und 23. Dezember 2008 (Sanaa, Hauptstadt des Jemen).

Nordküste, Wadi Ayhaft

Warum Sokotra?

Der Artikel „Der Echte Drachenbaum, Dracena cinnabari, von der Insel Sokotra von Friedrich Beyhl in „Der Palmengarten“ Nr. 59/2 (1995), Stadt Frankfurt a.M. und das Buch „Socotra, Sukkulentenparadies im Indischen Ozean“ von Franziska & Richard Wolf (2007) gaben die Anstöße, die Insel Sokotra zu besuchen.

Die Inselgruppe mit der Hauptinsel Sokotra liegt als Verlängerung des Horns von Afrika vor der Küste Somalias. Politisch gehören die Inseln zum Jemen. Sokotra hat eine Fläche von  zirka 3600 km². Die Insel besteht aus einem zentralen Granitgebirgsstock, der von Kalkplateaus umgeben ist. Die Flora von Sokotra mit dem hohen Anteil endemitischer Arten, darunter viele Sukkulenten, kann mit Fug und Recht als einzigartig bezeichnet werden. Der Schutz-Status (UNESCO-Biospähren-Reservat 2003, Weltnarturerbe 2008) ändert bedauerlicherweise nichts an der Gefährdung der Vegetation insbesondere durch die immense Zahl freilaufender Ziegen.

Unsere Reise

In den Monaten Oktober und November bringt der Nordost-Passat der Nordküste und besonders der Nordseite der Berge die Hauptniederschläge. Klimatisch bedingt gelten die Monate Dezember bis März, wenn der Nordost-Monsun bereits an Kraft verloren hat, als beste Reisezeit.

Nach einem Besuch von Sanáa und Orten in Hadramaut trafen wir (meine Frau und ich) am 15. Dezember 2008 von Al Mukallah kommend, mit einer Maschine der jemenitischen Fluggesellschaft in Hadibou (Hauptort der Insel) ein. Dort wurden wir von unserem pflanzenkundigen Guide Wagdi und dem Fahrer (und Koch) Mahad des Reiseveranstalters empfangen.

Exkursion zur Nordküste und in das Wadi Ayhaft (Aufnahmen vom 15. und 21. Dezember 2008)

Noch am Tag der Ankunft unternahmen wir mit unseren Begleitern die erste Exkursion. Sie führte am Nachmittag zur Nordküste westlich von Hadibou und in das Wadi Ayhaft. Ein zweites Mal besuchten wir das Wadi Ayhaft am 21. Dezember 2008.

Die Wälder am Nordhang und in den Schluchten der Haghir-Berge profitieren vom Nordost-Passat, der manchmal Regen und häufiger Nebel bringt. Sie sind daher dichter und üppiger als in anderen Bereichen der Insel. Unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehende Gestalten der Waldgesellschaft sind u.a. die Gurkenbäume (Kürbisgewächs Dendrosicyos socotrana), die Baum-Wolfsmilch (Euphorbia arbuscula), die Flaschenbäume (Adenium obesum ssp. socotranum), die Stinkbäume (Sterculia africana ssp. socotrana) und die Weihrauch- oder Frankincense-Bäume (Boswellia elongata). In Spalten fast senkrechten Felswände klammern sich die kugel- oder flaschenförmigen Caudices des Feigengewächses Dorstenia gigas. Diese Art überlebt nur an Orten, die für die allgegenwärtigen Ziegen unerreichbar sind. In einem Talkessel des Wadi Ayhaft beeindruckt ein Hain aus sehr alten Tamarinden-Bäumen (Tamarindus indica). Rundgeschliffenes Geröll aus Kalk- und Granitgestein füllt das Bett des nur nach Regenfällen wasserführenden Flusses. Bevor wir umkehren reisst die düstere Wolkendecke für einen Moment auf und gibt den Blick auf die höchsten Erhebungen der Haghir-Berge frei.

Momi-Plateau

Exkursion zum Momi-Plateau auf der Insel Sokotra (Aufnahmen vom 20. Dezember 2008)

Die Tagestour am 20. Dezember beginnt um 7.30 Uhr am Restaurant. Der Einkauf von Lebensmitteln (und von Sabah, das ist getrockneter Aloe-Saft, auf Wunsch eines Bekannten) am Markt und das Auftanken des Autos an der Tankstelle am östlichen Ortsausgang werden zuerst erledigt. Wir fahren wieder auf der Küstenstraße nach Osten, biegen in die Dirt-Road zu den Kalkplateaus ein, lassen den Weg zum Homhil-Plateau links liegen und nehmen stattdessen den Fahrweg zum höheren Momi-Plateau. Diese Tour kam auf  Vorschlag unseres Fahrers in das Programm, da wir von weiteren Nächten im Zelt ohne Luftmatrazen definitiv Abstand nehmen wollten.

Die Hochebene ist dem kalten Wind voll ausgesetzt. Wir sind daher über unsere wetterfesten Jacken recht froh. Unsere Begleiter improvisieren einen kurzen Besuch bei den Hirten (Beduns) , die ihr Vieh (Rinder, Zwergrinder, Esel, Ziegen) 4 Monate im Jahr auf dem Momi-Plateau weiden lassen und mit ihren Familien Wohnhöhlen am Rand des Plateaus bezogen haben. Viel Grün findet das Vieh nicht mehr, die Umgebung ist bereits kahl gefressen. Bald stehen wir am Nordrand des Plateaus mit Blick auf die Nordküste. Die Küstenebene liegt im Nebel, ab und an dringt die Sonne durch. Unter uns, am Fuß des Plateaus sind ein großes Dorf an einem trockenen Flussbett und Dattelpalmen-Haine auszumachen. Die Felsen und die Caudices der Flaschenbäume an der Abbruchkante sind mit Flechten bewachsen. Von den Croton-Bäumchen (Croton socotranus) haben die hungrigen Ziegen nur bizarre Gerippe übrig gelassen. In den Steilhängen über und unter unserem Aussichtspunkt wachsen Drachenbäume, vereinzelt sind junge Bäumchen zu erkennen. In überhängenden Felsen und Spalten sehen wir stattliche, bis medizinballgroße Caudices des Feigengewächses Dorstenia gigas.

Während wir die Umgebung erkunden, bereitet unser Fahrer und Koch im Schutz eines Felsens das Mittagessen zu. Unsere Hilfe bei dieser Tätigkeit ist nicht erwünscht, „different system“, wie Wagdi bei anderer Gelegenheit achselzuckend kommentierte. Ein paar ägyptische Geier haben sich in der Nähe des Picknick-Platzes niedergelassen und schreiten jetzt zu Fuß in enger werdenden Kreisen um die Töpfe. Zumindest die Knochen sind ihnen sicher.

Als wir abfahrbereit sind fragt Mahad, ob er den Weg zurückfahren soll, den wir gekommen sind, oder ob wir einen alternativen Weg bevorzugen. Arglos entscheiden wir uns für den zweiten Weg. Dieser erweist sich als sehr steil, ausgewaschen und nicht ganz ungefährlich. Als die schlimmste Strecke hinter uns liegt, sind wir über einen Halt ganz froh. Ganz in der Nähe trägt ein wilder Granatapfel-Baum Blüten und Früchte.

 

Homhil, Wadi Shifa

Exkursion zum Homhil-Plateau und in das Wadi Shifa auf der Insel Sokotra (Aufnahmen vom 16. Dezember 2008)

Der Wecker klingelt am 16. Dezember um 6 Uhr. Wagdi und Mahad begleiten uns vom Hotel zum Frühstück im nahegelegen Touristen-Restaurant mit frischgebackenem Fladenbrot, Honig und schwarzem Tee. Danach kurzer Aufenthalt am Markt. Unsere Begleiter kaufen Gemüse für Mittag- und Abendessen. Weiterfahrt zur Nursery am östlichen Ortsrand von Hadibou und Führung durch die Anlage zur Anzucht endemischen Sokotra-Pflanzen. Dann fahren wir auf der Küstenstraße nach Osten. An einer fjordartigen Flussmündung biegen wir auf einen unbefestigten Weg ein, der zu den östlichen Kalkplateaus führt. Bei einer Ansiedlung aus Kuben, die sich kaum von der Umgebung abheben, bleibt unser Fahrer mit dem Auto zurück und wir folgen mit Wagdi dem Weg in Richtung Dorf Homhil. Die Sonne brennt vom Himmel, es ist heiß, der Anstieg zu den Plateaus ist beschwerlich. Dass wir nur langsam voran kommen, ist jedoch vorallem der ungewöhnliche Landschaft mit einer Vielzahl einzigartiger, bizarrer Gewächse geschuldet. Es erfordert Zeit, diese Eindrücke aufzunehmen und außerdem zu fotografieren. Von Ziegen verbissene Sträucher erinnern uns, dass wir uns durch eine Kulturlandschaft bewegen. Auch besonders bizarre Flaschenbaum-Skulpturen am Wegrand sind keine Laune der Natur. Weihrauch-  (Boswellia elongata) und Myrrhe-Bäume (Commiphora socotrana, C. ornifolia) werden zur Harzgewinnung genutzt und stehen daher unter Schutz. Am Rand des Dorfes Homhil begegnen wir dem ersten Drachenbaum (Dracena cinnabari) und rasten ein paar Minuten in seinem Schatten. Sein Stamm (wie die Stämme aller anderen Drachenbäume) ist mit den Narben der „Drachenblut“-Gewinnung, des rot aushärtenden Harzes, übersät. Die Hänge über uns tragen einen lichten Wald aus Drachenbäumen ohne Unterwuchs. Zwischen den erwachsenen Bäumen befinden sich nur wenige halbwüchsige Exemplare. In Homhil treffen wir bei einem Glas Tee mit dem Dorfvorsteher und dem „local Guide“ zusammen, der uns auf dem weiteren Weg innerhalb der Gemarkungsgrenzen begleiten wird. Unterhalb der Bebauung kommen wir zu einem fast trockenen Bachbett. Orangefarbene und braune Süßwasserkrabben drängen sich in den wassergefüllten Pools. Unser Pfad führt in das Wadi Shifa, das ist die mächtige Kerbe im Plateau, die der Bach in Jahrtausenden geschaffen hat. Vom Rand des Kalkplateaus sind irgendwann hausgroße Brocken in die Tiefe gestürzt. Auf dem ebenen Dach eines dieser Felsen erkennen wir einen üppigen Sukkulenten-Garten. Unerreichbar für die Ziegen kann sich die Sukkulenten-Flora nur an solchen geschützten Orten ungestört reproduzieren. Im Tal erwartet uns Mahad bei einem Gehöft mit einem Imbiss.

Hadibou, Nursery

Hadibou, Hauptstadt der Insel Sokotra (Aufnahmen vom 16. bis 22. Dezember 2008)

Mit Ausnahme der zweiten Nacht auf Sokotra kamen wir abends zurück zum Hotel Summerland in Hadibou. Ein Flügel des Hotels war noch im Bau, während die fertigen Teile bereits Spuren des Verfalls zeigten. Die Inselhauptstadt wächst. Um einen Kern von Bauten in traditioneller Bauweise und entlang der Hauptstraße sind ziemlich häßliche „moderne“ Gebäude entstanden. Der vermüllte Strand wurde von Ziegen und Ägytischen Geiern nach verwertbaren Resten durchsucht. Südlich von Hadibou erhebt sich das Granitmassiv der Haghir-Berge auf über 1500 Meter, die Gipfel fast immer von Wolken verhüllt. Im Nordosten des Ortes befindet sich ein Garten zur Nachzucht von endemischen Pflanzen des Sokotra-Archipels. Dort hatten wir auch Gelegenheit das hochsukkulente Wolfsmilchgewächs Euphorbia abdelkuri zu sehen und zu fotografieren, das nur auf der Insel Abd-al-Kuri, der zweitgrößten Insel des Archipels, vorkommt.